Auftrittstipps von Nabila Shams El Din

Es gibt viel zu beachten, hier einige Tipps damit nichts schief geht:

Du hast durch gezielte Werbung einen Auftritt erhalten, folgende Themen solltest Du nun mit dem/der Auftraggeber/in besprechen:

Alles klar, nun kommt ein weiterer schwieriger Teil auf Dich zu, die:  

     Musikauswahl  

Auch hier sind vorab einige Fragen zu klären – Z.B.  wo der Auftritt stattfinden soll

Bringe Abwechslung in die Musik – nichts ist langweiliger, als ein eintöniges oder extrem langes Stück am anderen. Wechsel in Tempo und Rhythmus sind sehr wichtig.

Überlege: womit beginnst Du, wie möchtest Du enden. Bau einen Spannungsbogen auf.

Zu Beginn ein Intro, das Aufmerksamkeit erreicht und die Frage stellt: „Was kommt denn jetzt“.

Wähle zum Reinkommen gerne etwas Flottes, danach kann ein langsameres Stück folgen und dann u.U. ein Saidi, außerdem ein Schleiertanz und am Ende ein Trommelsolo.

Es ist auch möglich zum Eingang eine mystische Musik zu wählen, du bist dann hinter/in einem Schleier verborgen, der dann langsam abgetanzt wird. Hierauf folgt dann eine flotte rhythmische Musik.

Tänze mit Säbel, 7-Schleier, Leuchter benötigen eine genaue Planung – was trage ich, wie baue ich es am besten ein (denk an den Spannungsbogen) und wie bekomme ich die Utensilien (falls mitten im Tanz) – oder wie entledige ich mich ihrer.

Hat Du jemanden dabei, der hilft – kein Problem, wenn nicht, bitte jemanden (z.B. den der Dich engagiert hat oder eine Person Deines Vertrauens) die Dinge bereit zu halten, den Leuchter anzuzünden usw. Planst Du einen Stocktanz oder Säbel- oder ähnliches, so lass die Utensilien vorher an einer genau bezeichneten Stelle deponieren, damit Du gleich zugreifen kannst.

Achte darauf, dass die einzelnen Musikstücke nicht zu lang sind, max. 4-5 Minuten – Ausnahme wäre ein abwechslungsreicher 7-Schleier oder Doppelschleiertanz, Säbel- oder ähnliches

Der gesamte Auftritt sollte nicht länger als max. 20 Minuten dauern. Es sei denn, es ist mit dem Veranstalter etwas anderes abgesprochen. Frage vorher nach, ob Du einige Gäste zum Mittanzen auffordern sollst (hierüber später noch mal ausführlicher), berechne dies in die Musikauswahl mit ein.

Vor allem bei dieser Auswahl achte auf gut tanzbare, evtl. aus den Charts bekannte Stücke, die Gäste sind ja keine Tanzprofis.

 

    

 

  Kostüm:  

 

 

Fotos: Kostümausstellung Bundesverband

Das Kostüm richtet sich nach der Art des Auftritts und den Tänzen, die gezeigt werden sollen. Bei Bühnenauftritten ist klar, dass das zum Tanz passende getragen wird, Kostümwechsel sind hier kein Problem.

Anders bei einem privaten Auftritt – hier ist es meist nicht möglich einen Kostümwechsel vorzunehmen. Daher muss man genau planen was man machen möchte.

Evtl. schnell einen Gürtel tauschen oder Weste ausziehen und Armstulpen an. Solche Dinge können fix am Rande der Tanzfläche/ in einer Nische passieren. Plane die Musik so, dass Du genügend Zeit dazu hast.

Bitte unter Umständen jemanden, Dir die Sachen parat zu halten, damit es schneller geht. 

Auch das Kostüm (ebenso wie die Hände) ist die Visitenkarte einer Tänzerin! Gut gepflegt, gebügelt (auch die Schleier) und nicht nach Kneipe oder Schweiß riechend sollte es sein.

Was tun, wenn das Kostüm nun sehr verräuchert sein sollte – waschen ist ja meist nicht möglich: Hänge es einige Tage an die frische Luft, das hilft meist.

Es lässt sich auch einiges vermeiden, wenn man es vorher vorsichtig mit Parfüm besprüht. Auch für die Schleier bietet sich dies gut an – es weht dann ein angenehmer Hauch zu den Nasen der Zuschauer. Auch parfümierte Körpercreme ist hier sehr zu empfehlen.

Gegen Schweißgeruch des Körpers hilft ein Kristallstift, der, angefeuchtet, unter die Achseln usw. gerieben wird. Deodorants müssen vorher auf ihre Wirksamkeit getestet werden, nicht alle halten was sie versprechen – insbesondere nicht an einem heißen Sommerabend. Eine parfümierte Körpercreme und Parfüm an strategisch günstigen Stellen tun ihr weiteres.

 

         Hände:

Da wir gerade bei der Körperpflege sind: gepflegte Hände mit schön lackierten Nägeln sind ein weiteres Muss der Tänzerin. Hände sind ebenfalls eine Visitenkarte! Behandelt sie also pfleglich.

Ein Auftritt (nach der Gartenarbeit) mit schwarzen Rändern unter den Nägeln (sieht man auch durch den Nagellack!) ist ebenso verheerend wie abgebrochene, abgeknabberte Nägel oder Nägel mit abblätterndem Nagellack.

Um Hände schön zu unterstreichen gibt es z.B: extra Handschmuck, der über den Finger gesteckt und dann am Handgelenk befestigt wird.

 

                Schmuck und Schuhe

Zum Kostüm gehören auch Schmuck und Schuhe.

Wähle den passenden Schmuck zum Kostüm – in Stil und Farbe aber sei kein Christbaumständer.

Ebenso sind die Schuhe dem Kostüm farblich anzupassen. Silber und Gold sind Standardfarben, die bei allen Tänzerinnen vorhanden sein sollten – sie passen zu fast allem.

Nun die Frage überhaupt: Trage ich Schuhe oder tanze ich barfuss

Früher wurde hierzulande oft barfuss getanzt, inzwischen hat sich dies doch etwas verändert. Türkische und libanesische Tänzerinnen tanzten ja immer schon mit Schuhen (hochhackigen) um zu zeigen: seht her, ich bin wer, ich kann mir Schuhe leisten.

Nun sind hochhackige Tanzschuhe nicht jederfraus Sache – sei es nun, dass die Füße schmerzen oder es eine Frage des Gleichgewichts ist.

So sind die weit verbreiteten flachen Tanzschuhe aus Silber, Gold (und anderen Farben) hier eine gute Alternative.

Barfuss tanzen ist nicht ohne Risiko – Fußpilz oder gar Glasscherben, wenn vor dem Auftritt etwas zu Bruch gegangen war, lauern ständig. Ein eiskalter Fußboden ist ebenfalls nichts für eine empfindliche Blase.

Meine Empfehlung daher: immer mit Schuhen tanzen.

Probiert vorher gut sitzende Schuhe an, nichts ist schlimmer als drückende oder schlupfende Schuhe während des Tanzes.

Aber Achtung: in diesen Schuhen schwitzen Füße unter Umständen stark. Lüftet sie daher immer gut und lasst sie nicht zusammen mit dem Kostüm in einer Tasche liegen.

 

Tasche ist übrigens ein weiteres Stichwort.

Das Kostüm muss ja zum Auftritt gebracht werden – und dies möglichst ohne, dass es vorher alle sehen können oder es zerknautscht.

Am günstigsten ist daher ein spezieller Kleidersack, in dem alle Kostümteile sicher verwahrt werden können, und den man auch wunderbar aufhängen kann.

Auch die ausgewählte Musik ist hier gleich gut untergebracht und sofort griffbereit.

    Dinge, die eine Tänzerin beim Auftritt beachten muss:

Was tun wenn...  

Ihr seid nun also gut vorbereitet, habt an alles gedacht – das Potential an Pannen ist dennoch ziemlich groß. Aber keine Angst, wenn Frau weiß was sie tun muss, sind einige einfach zu handhaben.

 

Alle möglichen hier aufzuzählen sprengt den Rahmen eines Artikels, ich möchte dennoch auf einige etwas näher eingehen:

 

 

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht – schreibt an mich oder an die Chorika, damit wir es evtl. veröffentlichen können    chorika@gmx.de 

 

Visitenkarte:

Schön ist eine Visitenkarte mit Foto, es muss aber nicht sein. Schöner als eine einfarbige Karte ist dann allerdings eine mit einer orientalischen Grafik.

Darauf stehen muss: Künstler-Name und Telefonnummer – vielleicht am besten die handynummer, wenn sie sich nicht zu oft ändert. Eine Adresse sollte aus Sicherheitsgründen nicht eingetragen werden.

Die Schrift muss klar und gut leserlich sein, falls ein Foto benutzt wird, so wähle eins aus, das aussagekräftig und von guter Qualität ist. Ist es zu dunkel oder klein oder in einer ungünstigen Pose aufgenommen, wirkt es eher abschreckend.