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Auftrittstipps
von Nabila Shams El Din |
Es gibt viel zu beachten, hier einige Tipps damit nichts schief geht:
Du hast durch gezielte
Werbung einen Auftritt erhalten, folgende Themen solltest Du nun mit dem/der
Auftraggeber/in besprechen:
Alles klar, nun kommt
ein weiterer schwieriger Teil auf Dich zu, die:
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Musikauswahl |
Auch hier sind vorab
einige Fragen zu klären – Z.B. wo
der Auftritt stattfinden soll
Restaurant –
vom Wirt engagiert - welche Nationalität hat der Wirt – richte Dich mit der
Musik entsprechend ein oder frag nach Vorlieben. Außerdem: auch hier gilt das
oben geschriebene. In einem griechischen Restaurant ist vielleicht türkische
Musik nicht so gern gesehen – wie gesagt, Fragen hat noch nie geschadet – im
Gegenteil.
Für beide gilt außerdem:
wähle keine religiöse Musik, bist Du Dir unsicher, lass Dir den Text von
jemandem übersetzen (ist übrigens – wenn machbar – immer zu empfehlen,
denn oft ist es wichtig, zu wissen worum es im Text geht, damit Du den Tanz
entsprechend ausrichten kannst)
Bühne –
manchmal wird ein bestimmter Tanz gewünscht, falls nicht, frage nach ob noch
ein bestimmter Schwerpunkt fehlt. Oder mache von Dir aus einen Vorschlag.
Für alle gilt:
Die Musik zu Deine/m/n Stück/en sollte auf CD sein oder Mini Disc
(hier bitte vorher nachfragen, ob es möglich ist, diese auch abspielen zu können,
bring ein tragbares Gerät mit Verbindungskabel vorsichtshalber mit) – sie
muss von guter Qualität und rauschfrei sein. Sind mehrere Stücke zu tanzen, müssen
sie alle die gleiche Aufnahmequalität haben und von gleicher Lautstärke sein.
Im Idealfall befindet
sich nur die Auftrittsmusik auf der CD/ Disc
Bei Mini Disc bitte
beachten, dass es Geräte gibt, die eine Zufallswiedergabe haben. Vorher darauf
hinweisen, dass diese nicht eingeschaltet sein darf, sonst gibt es eine böse Überraschung
– vor allem wenn auf der Disc viele verschiedene Stücke sind, die mit dem
Auftritt nichts zu tun haben.
Bringe
Abwechslung in die Musik
– nichts ist langweiliger, als ein eintöniges oder extrem langes Stück am
anderen. Wechsel in Tempo und Rhythmus sind sehr wichtig.
Überlege: womit beginnst Du, wie möchtest Du enden. Bau einen Spannungsbogen auf.
Zu Beginn ein Intro, das
Aufmerksamkeit erreicht und die Frage stellt: „Was kommt denn jetzt“.
Wähle zum Reinkommen
gerne etwas Flottes, danach kann ein langsameres Stück folgen und dann u.U. ein
Saidi, außerdem ein Schleiertanz und am Ende ein Trommelsolo.
Es ist auch möglich zum
Eingang eine mystische Musik zu wählen, du bist dann hinter/in einem Schleier
verborgen, der dann langsam abgetanzt wird. Hierauf folgt dann eine flotte
rhythmische Musik.
Tänze mit Säbel,
7-Schleier, Leuchter benötigen eine genaue Planung – was trage ich, wie baue
ich es am besten ein (denk an den Spannungsbogen) und wie bekomme ich die
Utensilien (falls mitten im Tanz) – oder wie entledige ich mich ihrer.
Hat Du jemanden dabei,
der hilft – kein Problem, wenn nicht, bitte jemanden (z.B. den der Dich
engagiert hat oder eine Person Deines Vertrauens) die Dinge bereit zu halten,
den Leuchter anzuzünden usw. Planst Du einen Stocktanz oder Säbel- oder ähnliches,
so lass die Utensilien vorher an einer genau bezeichneten Stelle deponieren,
damit Du gleich zugreifen kannst.
Achte darauf, dass die
einzelnen Musikstücke nicht zu lang sind, max. 4-5 Minuten – Ausnahme wäre
ein abwechslungsreicher 7-Schleier oder Doppelschleiertanz, Säbel- oder ähnliches
Der gesamte Auftritt
sollte nicht länger als max. 20 Minuten dauern. Es sei denn, es ist mit dem
Veranstalter etwas anderes abgesprochen. Frage vorher nach, ob Du einige Gäste
zum Mittanzen auffordern sollst (hierüber später noch mal ausführlicher),
berechne dies in die Musikauswahl mit ein.
Vor allem bei dieser
Auswahl achte auf gut tanzbare, evtl. aus den Charts bekannte Stücke, die Gäste
sind ja keine Tanzprofis.
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Kostüm:
Fotos: Kostümausstellung Bundesverband |
Das Kostüm richtet sich
nach der Art des Auftritts und den Tänzen, die gezeigt werden sollen. Bei Bühnenauftritten
ist klar, dass das zum Tanz passende getragen wird, Kostümwechsel sind hier
kein Problem.
Anders bei einem
privaten Auftritt – hier ist es meist nicht möglich einen Kostümwechsel
vorzunehmen. Daher muss man genau planen was man machen möchte.
Evtl. schnell einen Gürtel
tauschen oder Weste ausziehen und Armstulpen an. Solche Dinge können fix am
Rande der Tanzfläche/ in einer Nische passieren. Plane die Musik so, dass Du
genügend Zeit dazu hast.
Bitte unter Umständen
jemanden, Dir die Sachen parat zu halten, damit es schneller geht.
Auch das Kostüm
(ebenso wie die Hände)
ist die Visitenkarte einer Tänzerin! Gut gepflegt, gebügelt (auch die
Schleier) und nicht nach Kneipe oder Schweiß riechend sollte es sein.
Was tun, wenn das Kostüm
nun sehr verräuchert sein sollte – waschen ist ja meist nicht möglich: Hänge
es einige Tage an die frische Luft, das hilft meist.
Es lässt sich auch
einiges vermeiden, wenn man es vorher vorsichtig mit Parfüm besprüht. Auch für
die Schleier bietet sich dies gut an – es weht dann ein angenehmer Hauch zu
den Nasen der Zuschauer. Auch parfümierte Körpercreme ist hier sehr zu
empfehlen.
Gegen Schweißgeruch des
Körpers hilft ein Kristallstift, der, angefeuchtet, unter die Achseln usw.
gerieben wird. Deodorants müssen vorher auf ihre Wirksamkeit getestet werden,
nicht alle halten was sie versprechen – insbesondere nicht an einem heißen
Sommerabend. Eine parfümierte Körpercreme und Parfüm an strategisch günstigen
Stellen tun ihr weiteres.
Hände:
Da wir gerade bei der Körperpflege
sind: gepflegte Hände mit schön lackierten Nägeln sind ein weiteres Muss der
Tänzerin. Hände sind ebenfalls eine Visitenkarte! Behandelt sie also
pfleglich.
Ein Auftritt (nach der
Gartenarbeit) mit schwarzen Rändern unter den Nägeln (sieht man auch durch den
Nagellack!) ist ebenso verheerend wie abgebrochene, abgeknabberte Nägel oder Nägel
mit abblätterndem Nagellack.
Um Hände schön zu
unterstreichen gibt es z.B: extra Handschmuck, der über den Finger gesteckt und
dann am Handgelenk befestigt wird.
Schmuck und SchuheZum Kostüm gehören
auch Schmuck und Schuhe.
Wähle den passenden
Schmuck zum Kostüm – in Stil und Farbe aber sei kein Christbaumständer.
Ebenso sind die Schuhe
dem Kostüm farblich anzupassen. Silber und Gold sind Standardfarben, die bei
allen Tänzerinnen vorhanden sein sollten – sie passen zu fast allem.
Nun die Frage überhaupt: Trage ich
Schuhe oder tanze ich barfussFrüher wurde
hierzulande oft barfuss getanzt, inzwischen hat sich dies doch etwas verändert.
Türkische und libanesische Tänzerinnen tanzten ja immer schon mit Schuhen
(hochhackigen) um zu zeigen: seht her, ich bin wer, ich kann mir Schuhe leisten.
Nun sind hochhackige
Tanzschuhe nicht jederfraus Sache – sei es nun, dass die Füße schmerzen oder
es eine Frage des Gleichgewichts ist.
So sind die weit
verbreiteten flachen Tanzschuhe aus Silber, Gold (und anderen Farben) hier eine
gute Alternative.
Barfuss tanzen ist nicht
ohne Risiko – Fußpilz oder gar Glasscherben, wenn vor dem Auftritt etwas zu
Bruch gegangen war, lauern ständig. Ein eiskalter Fußboden ist ebenfalls
nichts für eine empfindliche Blase.
Meine Empfehlung daher:
immer mit Schuhen tanzen.
Probiert vorher gut
sitzende Schuhe an, nichts ist schlimmer als drückende oder schlupfende Schuhe
während des Tanzes.
Aber Achtung: in diesen
Schuhen schwitzen Füße unter Umständen stark. Lüftet sie daher immer gut und
lasst sie nicht zusammen mit dem Kostüm in einer Tasche liegen.
Tasche
ist übrigens ein weiteres Stichwort.
Das Kostüm muss ja zum
Auftritt gebracht werden – und dies möglichst ohne, dass es vorher alle sehen
können oder es zerknautscht.
Am günstigsten ist
daher ein spezieller Kleidersack, in dem alle Kostümteile sicher verwahrt
werden können, und den man auch wunderbar aufhängen kann.
Auch die ausgewählte
Musik ist hier gleich gut untergebracht und sofort griffbereit.
Dinge,
die eine Tänzerin beim Auftritt beachten muss:
Ihr
seid nun also gut vorbereitet, habt an alles gedacht – das Potential an Pannen
ist dennoch ziemlich groß. Aber keine Angst, wenn Frau weiß was sie tun muss,
sind einige einfach zu handhaben.
Alle
möglichen hier aufzuzählen sprengt den Rahmen eines Artikels, ich möchte
dennoch auf einige etwas näher eingehen:
Musik
setzt aus:
nicht stehen bleiben sondern erst mal slow motion weiter tanzen, vielleicht
setzt sie ja bald wieder ein. Sollte dies nicht der Fall sein, jemanden bitten,
der in der Nähe sitzt, mal nachzuschauen was los ist. Eine Tänzerin mit
Zimbeln – oder eine, die einen Trommler dabei hat - ist hier natürlich auf
der sicheren Seite, da sie life tanzen kann. Ist dies nicht möglich und bringt
die Nachfrage auch kein Ergebnis, selbst einmal zum DJ hintanzen um nach dem
Rechten zu sehen. Ist das Problem dann behoben, einfach weiter tanzen und den
Auftritt zu Ende bringen. Seid sicher, auch dem Auftraggeber ist eine solche
Panne peinlich.
Eine
Anekdote aus meiner Erfahrung hierzu: Ich tanze und die Musik hat laufend
Aussetzer. Ich weiß, mein Mann steht daneben, er wird es schon wieder
hinbekommen und tanze also – siehe oben – slow motion weiter. Nach einer
Weile sage ich so etwas wie: „Ich glaube die Anlage ist defekt“. Daraufhin
der Bürgermeister: „Mädchen, meine Anlage ist voll in Ordnung“ (zu seiner
Entschuldigung muss ich wohl hinzufügen, es war Schützenfest...) Ok, also nach
einiger Zeit funktioniert alles wieder und ich sage: „Oh schön, die Anlage läuft
ja wieder“ – der Bürgermeister daraufhin zu seinem Nebenmann: „Man, jetzt
weiß ich auch was sie mit Anlage gemeint hat“
- Ja, so kann’s gehen.....
Du
stehst gerade in einem tiefen Backbend und jemand kommt von hinten und möchte
Dir Geld vorn in den BH stecken: nimm blitzschnell einen Arm vor den Körper
und halte ihn vor den Busen – so ist die Möglichkeit „mitten ins Leben“
zu greifen verwehrt.
Du
hast Abstand gewahrt und jemand fasst Dich dennoch an: Ich persönlich
bin in dem Moment für klare Worte – auch wenn die anderen es hören. Einige
bevorzugen es aber auch, denjenigen dann lächerlich zu machen.
Ein
Gast tanzt Dir laufend „auf der Pelle rum“ – tanze immer wieder von ihm
weg, tu es erst spielerisch. Schau ihn an, zeige mit der Hand zu ihm, winke dann
ab und dreh dich um. Hat er es dann immer noch nicht verstanden, fordere eine
Frau auf, die mit Dir tanzen soll. Wirst Du in eine Ecke gedrängt, so fordere
auf jeden Fall sofort jemand anderen auf und tanze ausschließlich nur mit
ihr/ihm oder einem 2. Gast
Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht – schreibt an mich oder an die Chorika, damit wir es evtl. veröffentlichen können chorika@gmx.de
Visitenkarte:
Schön ist eine
Visitenkarte mit Foto, es muss aber nicht sein. Schöner als eine einfarbige
Karte ist dann allerdings eine mit einer orientalischen Grafik.
Darauf stehen muss: Künstler-Name
und Telefonnummer – vielleicht am besten die handynummer, wenn sie sich nicht
zu oft ändert. Eine Adresse sollte aus Sicherheitsgründen nicht eingetragen
werden.
Die Schrift muss klar
und gut leserlich sein, falls ein Foto benutzt wird, so wähle eins aus, das
aussagekräftig und von guter Qualität ist. Ist es zu dunkel oder klein oder in
einer ungünstigen Pose aufgenommen, wirkt es eher abschreckend.