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Nabila Shams El Dins Besprechung des Buches „Orient im Film – Die Geschichte des Bauchtanzes von seinen Anfängen bis zur Gegenwart“   Die Magisterarbeit von Stephanie Mattes ist bei Book on demand unter der ISBN-Nummer

3-8311-3690-4

erschienen und trägt als Diplomarbeit den Titel „ Die Orient Okzident Beziehungen im Laufe der Zeit, dargestellt anhand der filmischen Umsetzung des orientalischen Tanzes und die daraus resultierende Kreation von Stereotypen und Vorurteilen in  wechselseitigem Einfluss zwischen Ost und West“ Universität Wien, Jänner 2002

 

Der Titel „Orient im Film“ weckt bei einigen evtl. falsche Vorstellungen über den Inhalt des Buches. Der Titel der Diplomarbeit wird dem Inhalt des Buches wesentlich gerechter. Frau Mattes setzt sich auf  118 (Bibliografien und Anmerkungen weitere 25 Seiten) mit den Wechselbeziehungen zwischen Orient und Okzident etwa ab dem 18. Jahrhundert bis heute auseinander und bezieht den Orientalischen Tanz mit ein.

Die erste Hälfte des Buches befasst sich mit der Geschichte des Orientalischen Tanzes und damit wie der Westen mit diesem Tanz in Berührung kam. Sie stellt heraus, dass Orient und Okzident füreinander gleichzeitig „Vorbild und Feindbild“ sind. Reiseliteraten, Maler und Photographen sorgten für ein Meinungsbildung der Menschen des Westens, die mehr aus der Phantasie als aus der Realität resultierte. Vorgefasste Meinungen und Klischees wurden gerne kritiklos übernommen. Frau Mattes zeigt viele Beispiele hierzu, und wie der Orientalische Tanz auf die Menschen des Westens wirkte, auf.

Der zweite Teil (ab Seite 77) beschreibt die Wirkungen, die der Film auf den Tanz und auf das westliche Meinungsbild hatte. Auch hier werden die Menschen der Arabischen Welt meist als die „Bösen“ hingestellt,  Frauen müssen vor der Versklavung gerettet werden, sie werden als Lustobjekt der Männer dargestellt – z.B. in Szenen, in denen die Tänzerin für die Unterhaltung einer Männerrunde sorgen muss. Sehr interessant ist hier auch die gute Aufschlüsselung vieler Hollywoodproduktionen und der darin enthaltenen Tanzszenen. Der ägyptische Film wird kurz gestreift.

Das Buch ist für alle, die mehr über die Wechselbeziehungen Orient Okzident in der Zeit ab dem 18. Jahrhundert bis heute wissen wollen, sehr zu empfehlen. Kleine Schönheitsfehler, die nun folgend beschrieben werden, mindern zwar etwas das Lesevergnügen sind aber in Anbetracht des gut recherchierten Werkes zu verschmerzen.

Störend ist vor allem, dass Zitate englischer Texte nicht übersetzt wurden sondern in Englisch wiedergegeben werden.  Solche Zitate sind sehr häufig vorhanden, so dass der/die Leser/in immer wieder zwischen beiden Sprachen pendeln muss. Was besonders für solche fatal ist, die kein Englisch verstehen. Ein weiteres Manko ist die unübersichtliche Zifferierung der Anmerkungen, als Beispiel wahllos herausgegriffen: lxxili – der sich zufällig als Verweis auf mein Buch „Spektrum Orientalischer Tanz“ herausstellte.

Durch den Aufbau des Buches kommt es auch immer mal wieder vor, dass einige Passagen schon in einem vorherigen Kapitel angesprochen wurden und dann in einem weiteren Kapitel wieder aufgegriffen werden.

Mit 24.50 Euro erscheint mir persönlich das Buch etwas teuer, aber wenn man sich die gestiegenen Preise bei Büchern generell ansieht .... Da der Inhalt dieses Buches aber in dieser Ausführlichkeit in keinem anderen Buch so behandelt wird, schaut man/Frau auch gerne mal über den Preis hinweg.