Glossar  

Das Glossar wurde von Sigrid Brenner zusammengestellt und von Nabila und Kalliopi überarbeitet

Die fremdsprachlichen Bezeichnungen sind im Deutschen phonetisch wiedergegeben. Es ist uns bewusst, dass dies leicht zu Ungenauigkeiten führen kann, wir wollten aber nicht darauf verzichten, da wir nicht für Sprachwissenschaftlerinnen schreiben und unser Vorgehen einer besseren Lesbarkeit dienen soll.

 

                   
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À la turca, Modeerscheinung im ausgehenden 18. Jh. Die - meist gestreiften - Kleider wurden mit Quasten und Posamenten, turbanähnliche Hüte mit Schmuck und Federn verziert. Mozart, Gluck, Haydn und Beethoven schrieben Werke „à la turca“.

Abaya auch Abiya, langer, schwarzer Umhang und Schleier. Bezeichnet auch einen schwarzen oder braunen Männermantel aus dünner Baumwolle oder Seide.

Abbasiden (749 - 1258), bis zur Eroberung Bagdads 1258 herrschende Kalifendynastie, danach als Scheinkalifen in Kairo, Nachfahren von Mohammeds Onkel Abbas. 762 n.Ch. Verlegung der Kalifenresidenz von Damaskus nach Bagdad.

Abgang, am Ende des Tanzes erfolgt der Abgang, mit dem sich die Tänzerin verabschiedet und - entsprechend dem Stil ihrer Tanzinszenierung - von ihrer Tanzfläche, bzw. Bühne geht.

Abu l-get, bei Zar Ritualen mitwirkende Tänzer mit langen Haaren, die drehen, springen und sich mit => Sagat begleiten.

Accessoires, (lat. „hinzukommen“) Zubehör zur Kleidung wie z.B. Schmuck, Tücher, etc.

Afrit, PL. Efrit, Geist, Dämon.

Ahidous, Tanz der nord- und zentralmarokkanischen Berberstämme mit fünfzeiligem Rhythmus. Frauen und Männer tanzen im Kreis mit steigendem Tempo, das sich zum Schluss wieder verlangsamt.

Ahouach, Kreistanz der südmarokkanischen Berberstämme. Die Tänzer und Tänzerinnen singen (stundenlang!) und werden von Musikern mit => Bendir begleitet.

Ahwas, Kreistanz der Berberstämme des Hohen Atlas.

Ait (berber., „Söhne von ...“), entspricht dem arabischen „Beni ...“.

Ait Haddiddou, Berberstamm im => Maghreb

Akrobatik (griech. „hoch gehend“), ursprünglich von den SeiltänzerInnen abgeleitet, ist es u.a. die gymnastische Kunst, die die Tänzerinnen zeigen.

Aksak (türk., „stolpernd, hinkend“), asymmetrischer 9/8 Takt, auch => Karshlima.

Akzentuierung, Betonung

al Assaya, => Raks al Assaya

Alaoui, Kriegerischer Männertanz aus Ostalgerien

Al Jeel (arab. „die Generation“), moderne ägyptische Tanzmusik des ausgehenden 20. Jh. Jazzige Musikfusion beduinischer, nubischer und ägyptischer Rhythmen, gespielt auf traditionellen und modernen Instrumenten. Typische Vertreter, Hameed Sharay, Mohammed Munir, Amr Dieb.

Al Kaumiya, eigentlich „Al Ferkah Al Kawmeiah“, staatliches, ägyptisches Folkloreensemble, von => Nasser gegründet, von russischen Ballettmeistern geprägt, ab 1975 mit dem Einfluss von Schauspiel- und Showelementen.

Al-Kaff, Handschmuck, der Fingerringe und Armband durch verzierte Ketten verbindet („Handblume“)

Alma, moderne Bezeichnung der ägyptischen Tänzerinnen in der Stadt, im Gegensatz zu dem abfälligen => „Ghawazee“ des ländlichen Raumes.

Almeh, Pl. Awalim nannten sich die gebildeten Unterhaltungskünstlerinnen Ägyptens, die sich mehr der Poesie und dem Gesang - und eher aus Not dem Tanz - widmeten.

Almoraviden, Herrscherdynastie islamischer Berber in Andalusien.

Amar arbaatascher, arab. für „Mond Nr.14“, das „Halbmond“ bedeutet; eine berühmte Komposition von => A. Wahab.

Ameraba wird die moderne amerikanische Tanzkunst genannt, die auf libanesischer Musik basiert.

Amphitheater (griech.: amphi = „beide, doppelt“), Rundtheater, das durch die Zusammenfügung von zwei => halbkreisförmigen Arenabühnen entstanden ist, z.B. das Colosseum in Rom.

Andalou, Tanz in Marokko und auch Tunesien, weiblicher Tanzstil städtischen Ursprungs 

Andaluos, klassische Musik aus dem Maghreb, die sich aus den Traditionen des - von Mauren besetzten- spanischen Andalusiens entwickelt hat.

Andalusi nuba, Musikform der arabischen Musik des => Maghreb. Ursprünglich im 9.Jh. von => Ziryab aus Bagdad nach „al-andalus“ (Cordoba) eingeführt. Im 13. bis 17.Jh. mit dem Rückzug der Araber nach Nordafrika und Syrien (Bagdad) gelangt. => Muwaschahad, auch Kapitel, Tanzstile

An-Nahlah („Biene“), ein Tanz der Mamlukenzeit, bei der die Tänzerin eine imaginäre Biene aus ihren Kleidern verscheucht.

Antery (türk. „Kleid“), türkisches, enganliegendes Mantelkleid mit langen, engen - bis zum Ellbogen geschlitzten - Ärmeln und Knopfverschluß von - tiefen - Ausschnitt bis zur Taille, das über einem dünnen Unterkleid (=> Gömlek) und weiten Hosen getragen wurde.

Apeiron, in der antiken Philosophie das „Unendliche“, der unentstandene, unveränderliche, unzerstörbare „Urstoff“ der Welt, aus dem alle Dinge entstehen und in den sie zurückkehren

Aqal, Doppelring aus schwarzer, dicker Wollkordel, der die => Hatteh auf dem Kopf arabischer Männer befestigt.

Aqua-bellydance ist eine sehr innovative, amerikanische Form der Wassergymnastik.

Arabesk, türkische Musikrichtung, sie seit Mitte des 20.Jh. arabische Melodien aufgreift.

Arabeske (pers.), 1. die A. ist eine Verzierung, ein Ornament, eine dekorative Ranke; 2. reich verzierte melodische Wendung. 3. im orientalischen Tanz eine halbe Drehung des Körpers mit dem Schwung des Spielbeins um das Standbein, mit einer Verzögerung der Geschwindigkeit bis fast zur => Pose. 4. Arabesque (franz.), Balletthaltung, bei der das Spielbein in einer Höhe von 90 Grad nach rückwärts, der entsprechende Arm nach vorne gestreckt wird.

Arghul, Doppelklarinette, arabisches Musikinstrument für epische Gesänge und Tanz.

Arragi, Tanzkostüm der nubischen Männer, besteht aus Knielangem, weißem Hemd mit langen Ärmeln oder kurzer, schwarzer oder weiser Galabeiya, Hut mit bunten Dreieck-Applikationen oder Häkelkäppi, weiße Hose, Weste.

Asik (türk., „Verliebter“), angesehene, türkische Volks- und EpensängerInnen, die sich selbst oft auf der => Saz begleiten.

Assiut, 1. Stadt in Oberägypten; 2. Name der ebenda hergestellten Textilien => Kapitel Schleiertanz

Ästhetik (griech. aisthesis „mit allen Sinnen wahrnehmen“), ist die philosophische Betrachtung, die sich u.a. mit dem Tanz als Kunst befasst und mit den Problemen des Schönen, Häßlichen, Dramatischen, Tragischen, Komischen, etc. Ihre weiteren Zweige sind die Wirkungsästhetik (Auswirkungen auf die ZuschauerInnen), die Produktionsästhetik (der künstlerische Schaffungsprozeß und seine Entstehungsbedinungen), sowie die Struktur des gesamten Tanzes als Kunstwerk. Die Kritik des Ästhetizismus (Verzicht auf politische, gesellschaftliche und moralische Zweckhaftigkeit des Tanzes zugunsten einer Konzentration auf die „schöne“ Form) wird oft an westliche Tänzerinnen herangetragen.

ATS, Abkürzung für American Tribal Style.

Auftakt, 1. leichter, unbetonter Taktteil am Beginn einer Komposition; 2. Beim Tanzen der Taktschlag vor dem (sowohl auf betontem als auch unbetontem Taktteil folgenden) Einsatz.

Ausdruck, xxx

Ayoub, Rhythmus im 2/4 Takt; entstammt der religiösen Musik, wird für Trancetänze wie => Zaar (Kapitel, Tanzstile) verwendet; oft ansteigende Geschwindigkeit.

Ayyalah al-Ardah, traditioneller Kriegstanz der Beduinen der Golfregion. Die Männer tanzen von einem Vorsänger angeleitet, in mehreren Reihen gegenüber, singen und wippen mit ihren Stöcken.

Azriya, Pl. Azriyat („Frau ohne Mann“), 1. Berufstänzerinnen und Sängerinnen in Algerien (Berber), die zu öffentlichen und privaten, religiösen und sozialen Zeremonien rituelle Tänze aufführen. => Ouled Nail (Nayliyat); 2. dazu auch Qadriat, algerisches „Frauenlied“ klassisch arabisch-andalusischer Art, gesungen von Berufssängerinnen.

B

Backbend, Tanzfigur bei der sich die Tänzerin rückwärts weit nach hinten lehnt. Kann bis in die „Brücke“ reichen. (vgl. sidebend – sich über die Seite nach unten beugen)

Baglama, türkische Saz in mittlerer Größe.

Baladi, auch Belady (arab., „vom Land“), 1. Sammelbegriff für Rhythmen im 4/4 Takt; 2. ein langsam beginnendes Musikstück im 4/4 Takt, das sich zu einem schnelleren Schlußteil steigert; 3. Bezeichnung für den traditionellen ägyptischen Tanzstil; => Kapitel, Tanzstile

Balance, Gleichgewicht

Ballettexercices, Übungen des klassischen Balletts zur Kräftigung der Muskulatur und Förderung der Beweglichkeit des Körpers.

Bambouteiya, auch „Manbouti“ (von „Boatman“) ist ein moderner Männertanz der Fischer aus Unterägypten.

Bandari (von pers. Bandar, „Hafen“), persischer Tanz, der mit Einflüssen aus Afrika an den arabischen => Khaligi erinnert.

Bar, türkischer Gruppen- oder Paartanz aus Ostanatolien.

Barmakiden, einflussreiche persische Familie zur Zeit der => Abbasiden, die - lange von Harun al-Rashid protegiert - letztlich von ihm vertrieben wurde; angeblich Vorfahren der => Ghawazi. => Literaturliste: „Der Kalif der Nacht“.

Batcha (pers.), männlicher Tänzer, der öffentlich in Frauenkleidern tanzt.

BATO, Abkürzung für den Ausbildungslehrgang zur Trainerin für orientalischen Tanz des Bundesverbandes.

Bauchnetz, aus elastischem Tüllstoff gefertigtes Accessoire, das den Körper zwischen Oberteil und Gürtel eines => Bedlah-Kostüms rundum bedeckt. Unten meist an eine Unterhose genäht, schließt es oben mit einem Kopflochgummiband ab, das an Knöpfen im Oberteil befestigt werden kann. Um den Bekleidungsvorschriften Genüge zu tun ist es in Ägypten mit deutlich sichtbaren Seitennähten und einem Reißverschluss in der hinteren Mitte gearbeitet.

Bauchtanz, xxx

Bedlah, ursprünglich Badla, das eine Stickerei aus Gold- und Silberfäden bezeichnet, versteht man heute darunter eine Kostümform, die aus Oberteil, bzw. BH, Gürtel und passenden Accessoires besteht, ergänzt durch Rock oder Hose; eine - oft im Bühnentanz, bzw. Kabarett-Stil getragene „zweiteilige“ und daher „Bauchfreie“ Kostüm-Version.

Bedouin el Arish ist als Tanzstil die ägyptische Variante der => Dabke und stammt aus dem Nord-Sinai.

Beduinen, eigentlich richtige Form: Bedu, PL. Badawi (arab. „Wüstenbewohner“), Nomadenvölker, die in den Wüsten und Steppen Nordafrikas und Vorderasiens leben.

Bellydance (engl.), amerikanischer Ausdruck für Bauchtanz; geprägt für die Weltausstellung in Chicago 1889, bei der zum ersten Mal mit orientalischen Tänzerinnen geworben wurde.

Bellygram (engl.), kurze Showeinlage bei Jubiläumsfeiern in Amerika; verbindet die Worte „Bellydance“ und „Telegram“.

Bellyrobics verbindet die Bewegungen des orientalischen Tanzes mit dem Trainingsanspruch von Arobic.

Bendir, auch Bandir, Rahmentrommel aus dem Maghreb (ca. 50 cm Durchmesser) mit einem Loch im Rahmen (ca. 20 cm hoch) für den linken Daumen; vertikale Spielweise mit beiden Händen. Auf der Innenseite der Membran (Ziegenhaut) sind zwei Saiten aus Ziegendarm gespannt, die ein schnarrendes Nachklingen erzeugen.

Bengar, Armreif aus Metall, je nach regionaler Herkunft bearbeitet und verziert.

Beni Yenni, Berberstamm aus Algerien

Berber (griech., „Bartträger“), nordafrikanische Volksstämme hamitischer Herkunft. Trotz Arabisierung (7.Jh.) und Islamisierung (11.Jh.) konnten die B. in einzelnen Regionen ihre Traditionen erhalten. Sie leben als Ackerbauern oder Halbsesshafte, z.T. auch als Normaden (z.B. die Tuareg) im Hohen Atlas, Anti Atlas und Mauretanien

Berrada (al-barrada), Tanz mit dem Krug aus dem maghrebinischen Lybien. Die Frauen demonstrieren ihre Geschicklichkeit, schwere Krüge auf dem Kopf zu transportieren und das Gleichgewicht zu halten.

Bharat Natyam, auch Bharatanatya, einer der vier bedeutendsten Tanzstile Indiens (Südindien); als moderne Form des Tempeltanzes setzt er die gesungenen Texte wortwörtlich in pantomimische Bewegungen um.

Bilqis, Name der mythischen Königin von Saba.

Bindi, kleine Verzierung, die indische Frauen auf die Stirn kleben; wird im amerikanischen Tribal Style verwendet.

Bint, 1. altägyptische Bogenharfe; 2. arab. für „Tochter“.

Bisht, Umhang für Männer der arabischen Halbinsel zu offiziellen Anlässen

Bolero, 1. spanischer Volkstanz aus dem 18. Jh. im ¾ Takt. 2. Jäckchen, taillenkurz, vorne offen, langärmelig und mit Posamenten verziert. 3. beliebter Rhythmus im 4/4 Takt für Marschmusik. 4. bekanntes Musikstück von Maurice Ravel.

Böser Blick, den b.B. haben Menschen, die mit Neid, Gier und Missgunst die Schönheit, den Besitz oder das Glück anderer ansehen. Der b.B. verursacht Krankheit und Unglück, da er böse Geister auf das Schöne und Begehrenswerte lenkt. => Khamsa

Boussaâ’diya, Tanz aus dem Norden Tunesiens, schwarzafrikanischen Ursprungs. Der Tänzer ist mit einer Tierhaut und Maske bekleidet, er macht mit Rasseln und Shqashaq (siehe auch Quarkabous in Marokko) einen Höllenlärm und erschreckt Leute und Kinder.

Buchara, 1. alte Karawanenhandelsstadt an der ehemaligen Seidenstraße in Uzbekistan. 2. bis 1868 unabhängiges Khanat, ab 1924 als Provinz von Uzbekistan der UdSSR einverleibt. 3. Tanzstil von ebenda, der mit stolzem Ausdruck scharfe Akzente, präzise Drehungen und Drops zeigt. Die Tänzerinnen tragen aufwendigen Schmuck zu weiten Gewändern aus Brokat, verziert mit Goldstickerei und ergänzt mit Kopfschleiern.

Budenbühne, im späten Mittelalter entstandene Bühnenform für Marktplätze und Wandertruppen; Podest mit einer „Bude“ aus Stangen und Vorhängen im Hintergrund.

Bundesverband für orientalischen Tanz e.V., gegründet 1994 in Heidelberg zur gemeinsamen Förderung des Tanzes und Unterstützung der Mitglieder. => Kapitel Anhang, Adressenliste

Burko, auch Burr`oh oder Burqu, traditioneller Gesichtsschleier der Frauen aus Ägypten und dem Sinai aus schwarzem Wollkrepp, der an einem Stirnband befestigt wird. Er ist oft bestickt, mit Münzen und einer Messingröhre über Stirn und Nase verziert. Die moderne Version der Frauen aus Unterägypten ist oft gehäkelt.

Burnus (arab.), auch Selham, Kapuzenmantel mit Ärmeln aus einem einzigen, halbkreisförmigen Stück Woll- oder Baumwollstoff, vorne offen.

Burqa, Gesichtsmaske aus goldbeschichtetem steifen Leinen, die die Frauen der Golfstaaten in ländlichen Gegenden über Augenbrauen, Mund und Nase tragen.

Buzuk, Musikinstrument aus dem Libanon und Syrien; kleine Laute mit langem Hals und drei Doppelsaiten; verwandt mit der griechischen Bouzouki und der türkischen => Saz.

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C

Caida, Titel der Hausherrin, die junge weibliche Verwandte des Ouded Nail Stammes während ihrer Zeit als professionelle Tänzerinnen bei sich wohnen ließ und beschützte. => Kapitel Tanzstile

Cengis (türk.), Tanzmädchen im => Osmanischen Reich

Chaabi, => Shaabi

Cha-Cha-Cha, südamerikanischer Rhythmus im 4/4 Takt mit ca. 32 - 34 Takten pro Minute; entstanden um 1954 in den USA aus einem langsamen Mambo.

Chakra, Pl. Chakren (sanskrit, „Rad“, „etwas Drehendes“), feinstoffliche Energiezentren im Körper, die Energie sammeln, speichern und verteilen

Chaoui, Sammelname für die Tänze der im Aures-Gebirge (Algerien) lebenden Berber (Chaouia, Schawiya), z.B., Abdaoui, Archaoui, Sahli, Rebbakli und Talhit.

Chawals, auch türk. Gink, waren junge Männer, die im 19. Jahrhundert in Ägypten den Tanz der Frauen (Kostüm, Make-up, Frisur, Bewegungen, etc.) öffentlich zeigten. Viele von ihnen waren türkischer Abstammung und 1837 aus Konstantinopel ausgewiesen worden. Der Begriff wurde in Ägypten auch als Schimpfwort benutzt.

Cheb (arab. „Hübscher, Junge“), Titel vieler => Rai-Sänger, als Kontrast zu dem respektvollen => Cheikh. Weibliche Form, Chaba

Chedick, auch Cediks, türkische Pantoffel aus Leder, Samt oder anderem kostbaren Stoff.

Cheikh, weibliche Form Cheikha => Scheicha; Ehrentitel für Ältere

Chiftetelli (türk.), auch Auadi (arab.), 1. Rhythmus im 8/8 Takt; 2. türkischer Solotanz der Frauen.

Chikhate, PL Cheikhat, marokkanische Sängerin und Unterhalterin, im Gegensatz zu Chtahate, das Tänzerin bedeutet. Die Cheikhat sind Tänzerinnen ländlichen Ursprungs, die städtische Kleidung und Lebensgewohnheiten angenommen haben. => Schikat

Chinechines, spanische Zimbeln, die für den => Zambra Mora gespielt werden.

Choli, kurze enganliegende Bluse mit halblangen Ärmeln; ursprünglich ein Teil der indischen Frauentracht wird sie in Abwandlung zu => Tribal Style verwendet.

Choreograph (griech.) „Chor“ bedeutet Tanzplatz, Tanzschar. Das Wort „Graph“ heißt in deutsch „Schreiber, Zeichner“, der Leiter der die Tanzschöpfung kreiert und inszeniert.

Choreographie (griech.), Tanzschrift.

Chorusline, bezeichnet im Bühnentanz eine „Reihe“, bzw. eine Gruppe sich synchron bewegender TänzerInnen. Wurde oft in den Revuefilmen (Musicals) der ägyptischen Filmindustrie eingesetzt, um - als Gegensatz - eine Solistin hervorzuheben.

Cifte, türkische Doppelklarinette.

Cobra, Name einer Yoga-Haltung, bei welcher sich die Übende/n aus der Bauchlage mit dem Oberkörper vom Boden lösen, ähnlich der gleichnamigen Schlange.

Cocek, auch Kucek oder Kojak, türkische Zigeunertänze.

crescendo (ital., „anwachsend“), stärker werdend, zunehmend an Tonstärke; dynamische Steigerungen der Musik; im Gegensatz zu „accresendo“ oder „decrescendo“ - schwächer werdend.

Cura, kleine türkische => Saz

Curdi, weites türkisches Gewand mit kurzen Ärmeln aus Brokat, oft mit Pelz gefüttert.

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D

Dabke, auch Dabka, Reihentanz der östliche Mittelmeerländer. Regional spezifische Variationen. => Kapitel Tanzstile

Daff (arab.), auch Duff, große Einfellrahmentrommel, in deren Holzrahmen keine oder höchstens fünf Zimbelpaare befestigt sind. Die Bespannung ist aus Ziegen- oder Schafhaut. Im persischen Daf sind - anstatt Schellenpaare - Metallringe (Ketten) auf der Innenseite der Bespannung angebracht, um ein Nachvibrieren zu erzeugen. Als einziges Musikinstrument außer der => Riqq darf auch die Daff in der Moschee gespielt werden.

Dance du ventre, französisch für „Bauchtanz“, wurde 1880 von Emile Zola in seinem Roman „Nana“ kreiert. In Chicago übersetzte man dies dann mit „Belly Dance

Darabukka, arabische Bechertrommel; Holz- oder Keramikkörper, bemalt oder mit Intarsien verziert. Traditionell bespannt mit Fischhaut oder Ziegenleder. Heute auch als Gefäßtrommel aus Metall mit Spannschrauben erhältlich, besonders unter der Bezeichnung Deblek in der Türkei.

Daschti (pers., „der, der in der Steppe lebt“), Basisstil traditioneller persischer Musik, der das Lebensgefühl der Hirten und Schäfer ausdrückt.

Dastgah (pers.), auch Dastgah-ha, Zusammenfassung von Melodien in den zwölf verschiedenen Tonlagen. Diese Melodienkomplexe spiegeln die verschiedenen Empfindungen der Menschen wieder und werden bestimmten Tageszeiten, Farben und Elementen zugeordnet. => Maqam.

Dastmal-bazi, auch Raks-e dastmal, persischer Kreistanz, bei dem die Tänzerinnen Tücher schwenken.

Davul, (türk.) große Zwei-Fell-Trommel, die beidseitig mit Klöpfeln bespielt wird. Der Davul-Musiker spielt zusammen mit einem => Zurna Spieler beliebte Volksweisen zu festlichen Gelegenheiten. Die Musiker sind oft Zigeuner und haben nur ein geringes Ansehen in der Bevölkerung.

Dekolleté, Halsausschnitt an der Kleidung, der Nacken, Schultern und/oder Brust mehr oder weniger zeigt.

Derwisch (pers., „Bettler“) Mitglied eines religiösen Ordens mit dem Gelübde der Armut. Als „Tanzende Derwische“ wird ihr Gebet zu einem Trancetanz. => Kapitel Tanzstile

Dfina, marokkanisches Überkleid - seitlich und vorne geschlitzt - aus dünnem Material, das den gleichen Schnitt hat wie der darunter getragene => Kaftan.

Dhimmis, die jüdische Bevölkerung Andalusiens – sie lebten unter dem Schutz des Staates und waren als Händler und auch als Staatsdiener unentbehrlich (dies änderte sich erst wesentlich später)

Divan-Saz, große türkische Saz.

Diwan, 1. Textsammlung klassischer Gesänge. 2. Oberster Rat der Osmanen für das Staatswesen. 3. Sofa ohne Lehne mit Kissen.

Djefa, Kamelsänfte in Tunesien, in der früher die Braut zu ihrem Mann gebracht wurde

Dohnt, persische Doppelfelltrommel aus Holz, die beidseitig mit Klöppeln bespielt wird.

Dor auch Daur, ägyptische Musikform, Solosänger mit Chor und Instrumentalensemble.

Dotar, auch Dutar, persische, zweisaitige Laute.

Down Beat, englisch für, ”auf den Schlag”, Begriff aus der Rhythmuskunde.

Dum, Lautmalerei für einen dunklen, vollen Ton, den ein Trommler mit einem Schlag in die Mitte des Fells, bzw. der Fischhaut seiner Trommel erzeugt.

Dyasmaly, aserbeidschanischer Tanz im 4/4 Takt, ursprünglich aus Persien.

Dynamik, ist der Krafteinsatz, der für ein bewegtes Geschehen aufgebracht wird.

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E

Effiminierte Musiker, die ersten männlichen Musiker traten als muhannatun, effiminierte, vermutlich zur Zeit des Kalifen Otman (644-656) auf. Sie brachten die Musik in Verruf, da Musik nicht mit den typischen männlichen Eigenschaften überein stimmten. Sie erschienen weiblich und verweichlicht, was durch ihr Äußeres unterstrichen wurde. Oft waren sie auch homosexuell.

Emir, von arab., Amir bedeutet „Anführer“.

Entari, Weste/ Mieder, tailliert, mit schmalem Verschluss in der vorderen Mitte.

Entrée (franz.), im westlichen Tanz der Auftritt, das „hereinkommen“ mit dem sich die Tänzerin ihrem Publikum vorstellt und ihren Tanzraum in Besitz nimmt. Da das Gelingen dieses dramaturgischen Teils entscheidend für die Gunst des Publikums ist, wird er besonders sorgfältig choreographiert.

Erotik (griech.), Lehre von der Liebe und der Liebeskunst, einschließlich der gleichgeschlechtlichen Beziehungen (Homoerotik) oder der Selbstliebe (Autoerotik). Mit E. werden aber auch die seelisch-geistigen Momente der Geschlechterbeziehung bezeichnet.

Evaluation, eine Bewertung, eine Bestimmung des Wertes und eine Beurteilung einer Unterrichtseinheit, oft mit Hilfe von Fragebögen, Gesprächsrunden oder Interviews.

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F

Fakkaruni (arab., „Man hat mich erinnert“), Titel eines der berühmten Lieder Oum Kolthums, komponiert von => M. Adl al-Wahab.

Fantasia, Reiterspiel der Saharabewohner. Aus vollem Galopp werden etliche Gewehrsalven abgeschossen, die Pferde halten auf Kommando plötzlich an

Farzzani, Krugtanz der tunesischen Frauen.

Fazzani, dance de gargoulette – Krugtanz der tunesischen Frauen

Fasil, türkische Musikrichtung, die klassische Musik mit den Verzierungen der Zigeunertraditionen verpopt.

Fatimiden (909 - 1171), schiitische Kalifendynastie, die sich von Fatima, der Tochter Mohammeds ableitete. Herrschten in Ägypten, Nordafrika und Syrien, bis sie von den Türken unter Saladin entmachtet wurden.

Fellachi (arab., „Bauer“), 1. Rhythmus im 4/8 Takt; 2. ägyptischer Werbetanz mit stilisierter Darstellung der alltäglichen Arbeiten. => Kapitel, Tanzstile

Feradsche, auch Ferace, knöchellanges schwarzes Überkleid, sehr weit geschnitten, mit langen Ärmeln, oft mit rotem, lila oder rosa Satinfutter, das die türkische Dame des 19. Jh. außer Haus trug.

Fergana, 1. Tal in Usbekistan 2. Tanzstil von ebenda, der mit weichen, fließenden Arm- und Körperbewegungen einen melodiösen, lyrischen Stil zeigt. Die Tänzerinnen tragen aufwendigen Schmuck zu Kleidern und Hosen aus => Ikat Stoff.

Fermaten, Zeichen über einer Note oder Pause, die dadurch auf eine nicht genau festgelegte Zeit, oft bis zum doppelten Wert verlängert wird.

Fibel, alte Form einer Anstecknadel, die gleichzeitig die Funktion einer „Sicherheitsnadel“ hat; unverzichtbares Accessoire der maghrebinischen (und keltischen) Tracht.

Firquah-Orchester, aufwendige, ägyptisch Orchesterbesetzung mit europäischem Einfluss, wie z.B., Violinen, Celli und Klavier.

Flamenco (span.), auch Cante Flamenco (andal.), Sammelbezeichnung für andalusische Tanzlieder mit vielfach variierter Melodie und schnellem Rhythmus in volkstümlicher Art. Der F. wird mit Gitarrenbegleitung oder a capella vorgetragen und vom F.-Tanz begleitet; verbreitet seit Anfang des 19. Jh. als Cante Gitano von andalusischen Zigeunern.

Folklore (engl., folk, „Volk“ und lore, „Kenntnis, Wissen“), Sammelbegriff für traditionelle darstellende Volkskunst wie Tanz, Musik, Poesie; eingeführt durch den englischen Archäologen W.J.Thoms (1803 - 1885).

Foutah, rechteckiges, großes Stofftuch (5m x 120cm) der tunesischen Frauen, das über der Unterwäsche als Kleid um den Körper geschlungen wird und mit zwei Fibeln an den Schultern befestigt wird.

frontal, Bewegungsrichtung mit dem Bild einer Glasscheibe vor und hinter dem Körper

funktional, 1. auf Bewegung bezogen, einem Ziel und Zweck entsprechend; 2. auf den Körper bezogen, der Aufgabe eines Organs im Rahmen des Gesamtorganismus entsprechend.

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G

Galabeiya, Kaftan-ähnliches Kleidungsstück arabischer Männer, meist aus Baumwolle, regional unterschiedlich gefärbt.

Gandoura, weites Gewand der männlichen Tuareg-Berber, meist indigoblau, seitlich geschlitzt; als Kandoura das weite, lange Oberkleid von Männern und Frauen der Golfregion.

Gargabus (Algerien) ist ebenso wie Stambali (Tunesien) ein Ritual, bei dem eine Heilung von psychischen und psycho-somatischen Beschwerden durch den Zustand der Trance unterstützt werden soll. Verschiedene Techniken wie eine Irritation des Gleichgewichtssinn (z.B. durch Drehungen), Hyperventilation oder Selbsthypnose führen zur Trance, die „schlechte“ Energie vertreiben soll.

Gasba (arab.), Flöte für Volksmusik, auch als Instrument für Trance-Tanzmusik des Maghrebs und der Türkei.

Gawwal, => Chawals

Gestik (lat.: gestus = „Gebärde“), Ausdrucksbewegungen insbesondere der Arme und Hände. Gesten sind teilweise angeboren, z.B. die Augen zur freundlichen Begrüßung kurz weit öffnen. Absichtlich als künstlerisches Mittel der Verständigung eingesetzt, sind sie vom jeweiligen kulturellen Umfeld abhängig und historisch/sozial geprägt.

Ghaitah, arab. Art von Oboe, die in der Musik des Maghreb gespielt wird.

Ghannaywa, Sologedichtinterpretation beim Hagallah (2. Teil), wird nur durch Klatschen und Singen begleitet, wobei pantomimisch geflirtet und kokettiert wird. Alle sitzen

Ghaziya, Pl. Ghawazee (arab., „Außenseiter“) Die Frauen des ägyptischen Zigeunerstammes tanzen für den Lebensunterhalt ihrer Familien. Mehrmals in der Geschichte wegen „anstößigem Benehmen“ aus Kairo verbannt, verkörpern sie einen einfachen Tanzstil mit zahlreichen Einflüssen ihres Wanderlebens. => Kapitel Tanzstile

Girrgarr, schwarze Galabeiya der nubischen Frauen (Fatidja), die ausser Haus über das bunte Kleid getragen wird.

Gnaua, 1. ein marokkanischer Tanz ähnlich dem ägyptischen Zaar-Ritual. 2. Die Gnaua sind ehemalige Sklaven aus Ghana, die ihre eigene Kultur erhalten haben. 3. Religiöse Bruderschaften in Marokko.

Gömlek, knielanges, türkisches Hemdkleid aus dünnem, durchsichtigem Stoff, das unter einem => Antery getragen wurde.

Guedra (arab., „Tontopf“), 1. Tontopf; 2. Musikinstrument in Form einer Tontrommel, die ausschließlich von mauretanischen/marokkanischen Frauen gespielt wird; 3. ritueller Tanz aus Marokko, Mauretanien und Mali; 4. Bezeichnung für die Tänzerin, die das Guedraritual tanzt. => Kapitel Tanzstile

Gutra, weißes Kopftuch arabischer Männer aus den Golfstaaten, das durch seine Stoffqualität und feine weiße Stickerei zum Statussymbol wird.

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