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H

Habarah, schwarzes Umschlagtuch der arabischen Städterin.

Habibi (arab., „Liebling“), 1. Ausruf der Bewunderung, Kompliment; 2. amerikanische Fachzeitschrift für orientalischen Tanz, 1974 von Bob und Lynn Zalot in Kalifornien gegründet => Literatur.

Haddara (PL. Haddarat), marokkanische Berufssängerin, die zu Hochzeiten und Geburten engagiert wird. Ihr Gesang wird von => Bendir und Tariga (kleine Bechertrommel) begleitet.

Hagallah (von arab., Hag`l = „Sprung“), Folkloretanz der Beduinenfrauen des Awlad Ali Stammes aus Westägypten. => Kapitel Tanzstile (siehe auch unter Shettaywa – 1. Teil - und Ghannaywa – 2. Teil – und Magruda – 3. Teil des Hagallah)

Haik (arab.), Umschlagtuch der nordafrikanischen, städtischen Frauen. Ca. 5 Meter mal 1.60 Meter groß, ist er oft aus weißer Baumwolle oder Wolle. Es gibt unterschiedliche Wickeltechniken.

Hal hal, (türk.) Fußkette, auch mit Glöckchen.

Halay, türkischer, traditioneller „Reigen-“tanz, bei dem sich die singenden TänzerInnen an der Hand oder Schulter fassen. Die Halay-Tänze stammen aus Ost-, Süd- und Zentralanatolien und werden zu => Davul-Zurna-Musik getanzt

Halk Müzigi (türk. Halk, „Leute“), türkische Volksmusik.

Hambura, omanischer Tanz, bei dem die Frauen in der Hocke wippen und hüpfen.

Harbiya, Tanz der Beduinen auf der arabischen Halbinsel, begleitet von einfachem, rhythmischen Gesang.

Harem (von arab. harim, „verboten“), ausschließlich den Frauen vorbehaltene Teil des Zeltes, bzw. Hauses in islamischen Kulturen, den nur der Ehemann, bzw. die Väter und Söhne der Bewohnerinnen betreten dürfen.

Hatha-(Yoga), „Ha“ bedeutet Sonne, „tha“ bedeutet Mond. Mit den Körperhaltungen des H.-Y. wird ein Ausgleich dieser gegensätzlichen Energien erreicht.

Hathortanz, akrobatischer Sprungtanz altägyptischer Priesterinnen zu Ehren der Göttin => Hathor.

Hatteh, auch Hatta weiße Kopfbedeckung der Beduinen; quadratisches Stoffstück, das zum Dreieck gefaltet und von einen doppelten Kordelring (`Iqal) gehalten wird.

Helaleya, traditionelles Schmuckstück; halbmondförmiger Anhänger aus Gold oder Silber, an dem kleinere Halbmonde befestigt sind; bevorzugt von südägyptischen, bzw. nubischen Frauen.

Hendira, rechteckige Wolldecke, die die nordafrikanischen Berberfrauen als Mantel nutzen. An den jeweiligen Farben und Verzierungen läßt sich die Stammeszugehörigkeit ablesen.

Henna (Lawsonia inermis), dornige Strauchpflanze, deren junge Blätter zweimal im Jahr geerntet, getrocknet und zu färbendem Pulver gerieben werden.

Hennanacht (arab., Lailat al-hinna, türk., Kina Gecesi), die Zweite der - traditionell drei - Hochzeitsnächte; in der Ersten kommen die Gäste an und feiern bei gutem Essen, Musik und Tanz (=> Zaffat al-hamam); in der Zweiten feiern die Freundinnen mit der Braut im Haus der Brauteltern - wo die Braut das letzte Mal weilt; die dritte Nacht (Lailat al-duhla) verbringt sie das erste Mal bei ihrem Bräutigam - nach festlichem Umzug in ihr neues Heim.

Hijab, Schleier der moslemischen Frau.

Hirz, Amulettbehälter in vielen verschiedenen Formen, oft aus Silber an langen Halsketten getragen.

Hizzi (arab., „schütteln“), das adäquate Wort in der arabischen Sprache für „Shimmy“.

Hollywood-Style ist als Tanzstil eine Hommage an die phantasievollen Kostüme und den - von westlichen Tanzstilen - geprägten Showtanz der amerikanischen „Orient-Filme“ in den 40er und 50er Jahren.

Hoochie Koochie, später Kooch Dance genannt, so wurde der Bauchtanz genannt, den die Tingeltangeltänzerinnen in Amerika, die Little Egypt (siehe unter Little Egypt) kopierten, zeigten. Er wurde dann zum Inbegriff des schamlosen Tanzes exotisch-erotischer Natur.

Armen Ohanian, eine armenische Tänzerin schrieb: „Jedoch der Geist des Westens berührte diesen heiligen Tanz, und er wurde zum schrecklichen „dance du ventre“, zum „hoochie koochie. Für mich eine ekelerregende Offenbarung der ungeahnten Tiefen menschlicher Bestialität, für andere – amüsant.“

Hok hok, tunesisch für „Salz in die Wunde reiben“ oder neidisch machen, die Handflächen reiben dabei aufeinander – „mahlen“

horizontal, Bewegungsrichtung mit dem Bild einer Glasscheibe unter den Füßen und über dem Kopf.

Horon, türkischer Gruppentanz der Schwarzmeerküste zu Kamanjeh-Musik.

Horus, altägyptischer Licht- und Himmelsgott. Sohn von Isis und Osiris; der Pharao galt als seine Verkörperung. Er wird als Falke oder Mensch mit Falkenkopf dargestellt.

Hupfauf, 1. deutscher Volkstanz aus dem 16.Jh. 2. von uns benannter Fußwechsel auf den => Auftakt.

Hyperventilation, bewußt verstärkte Atmung ohne den entsprechenden Bedarf (kann u.a. zur Störung der Atemfunktion, verbunden mit Krämpfen führen).

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I

`Iqal, doppelter Kordelring, der das traditionelle Kopftuch des arabischen Mannes befestigt; wird von jungen Männern schräg getragen und von der Geliebten teilweise bunt bestickt.

Iba-Tanz, altägyptischer Kulttanz junger Mädchen zu Prozessionen und Totenfeiern.

Ikat-Stoff, das charakteristische Muster entsteht dadurch, dass der Seidenfaden vor dem Weben in langen Bahnen gespannt wird und Muster eingefärbt werden. Da er im Webvorgang nur ungefähr da zu liegen kommt, wo er vorher eingeplant war, verschieben sich die Farben und Muster. Entlang der ehemaligen Seidenstraße wird Ikatstoff für Fest- und Tanzgewänder bevorzugt.

Indo-Arabischer Tanz kann die geschmackvolle Version der Gastarbeiter in den Golfstaaten sein, die arabische Rhythmen auf ihren Musikinstrumenten spielen und die Tänzerinnen in prächtige indische Moden kleiden - oder aber die zum Lachen reizenden Tanzeinlagen indischen Filmproduktionen: Damen in Pailletten-Radlerhosen, die in Batallionsstärke den armen Held auf seinem - rundum rotierenden - Wasserbett mit furiosen Shimmies einkreisen!

Inta Umri (arab., „Du bist mein Leben“), berühmtes Lied von => Muhammad Abd al-Wahab für => Oum Kolthum.

Intuition (lat.), unmittelbares Begreifen, instinktives Erfassen eines Sachzusammenhangs.

Iqa, Iqa´at (PL), arabisch für Rhythmus.

Ischtar, auch Eschtar, babylonisch-assyrische Göttin der Liebe und des Geschlechtslebens, zugleich auch als Jungfrau verehrt.

Isolation, im orientalischen Tanz, das Prinzip, einzelne Körperteile unabhängig voneinander zu bewegen.

Izar, Wickelgewand der marokkanischen Berberfrauen, aus Baumwolle oder Wolle, mit den Maßen 5 Meter mal 1.30 Meter. Es wird direkt auf der Haut, über ein langes weites Hemd (Toubit) oder über dem städtischen => Kaftan getragen.

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J

Jalajil, kleine, klingende Metallanhänger für die Kostüme arabischer Tänzerinnen. Ihr leises Klingeln soll böse Geister vertreiben.

Janitscharen (türk.), aus christlicher Jugend rekrutierte und zum Islam umerzogene Kerntruppe des osmanischen Sultans (14. Jh.). Lebenslange Verpflichtung; 1826 nach einer Revolte aufgelöst. Die Militärmusik der J. beeinflusste die europäische Orchestermusik.

Jellaba, nordafrikanischer Kapuzenmantel mit Ärmel aus Wollstoff, vorne geschlossen. Die (PL) Jlaleb tragen die Männer in allen Farben, besonders weiß oder gestreift.