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  K

Kabylen, Berbergruppe Algeriens, das Stammesgebiet heißt „Kabylei“.

Kadscharen, auch Qagaren (1797 - 1924), turkmenische Herrscherdynastie in Persien.

Kaftan, langes Überkleid / Mantel mit langen, geraden Ärmeln, Seitenschlitzen und Knopfleiste in der vorderen Mitte. Im osmanischen Reich wurden kostbare Kaftane als Ehrengewänder für besondere Verdienste verliehen. => Kapitel Kostümkunde

Kalif (arab., „Stellvertreter“), weltlicher und geistlicher Machthaber als Stellvertreter des Propheten Mohammed.

Kalpock, türkische Kappe aus Samt mit Quaste. Mit einem Taschentuch (Mendil) oder einem Band befestigt.

Kamangah, von => Kamanjeh, bedeutet heute besonders in der Orchestermusik des Maghreb die europäische Violine, die allerdings in orientalischer Tradition gespielt wird.

Kamanjeh, auch Kamanche (von pers. kaman-gah, „Bogeninstrument“, später arab. al-kamal ga, „die Vollkommenheit ist gekommen“), auch Robab, persische Dornfidel mit drei oder vier Saiten, die mit einem Bogen gestrichen werden.

Kamis, arabisches Frauenhemd.

Kanoun, halbtrapezförmige Brettzither, seit dem 10.Jh. in der arabischen Musikwelt bekannt. Vorfahr der europäischen Zither. 72 Saiten - zu je drei Saiten angeordnet - werden mit Plektren (=> Plektron) gezupft.

Karachi, nordafrikanischer Rhythmus im 2/4 Takt.

Karfunkel, rotes Glas, das als billigerer Schmuckstein den roten Karneol oder die Koralle ersetzen soll.

Karshlima, 1. türkischer Rhythmus im 9/8 Takt => Kapitel Tanzstile; 2. (von türk., karsilamak, „sich entgegengehen“) Volkstanz aus der Türkei (Schwarzmeerküste und Thrakien), bei dem zwei Gruppen von TänzerInnen gegenüberstehen. (siehe auch unter Sulekule – auch 9/8)

Kars-Tanz, kaukasische Folkloretänze, die auch in der Türkei getanzt werden.

Karkabous (auch Quarkabous geschrieben), spezielle Zimbeln der Gnawatänzer. Mehrzahl ist „Qarqaba“. Sie sehen aus wie überdimensionale Zimbeln in doppelter Ausführung, jeweils oben und unten eine, mit einem Steg dazwischen

Kasatschok, ukrainischer Kosakentanz im 2/4 Takt, der sich in Zeitmaß und Lautstärke vom langsamen Beginn allmählich bis zu ausgelassener Bewegung steigert

Kaschik oyunlari, anatolische Löffeltänze mit kultischem Ursprung.

Kaschik, türkische Holzlöffel, die z.B. den Frauen in der => Hennanacht als Musikinstrument dienen

Kasida => Quasida

Kathak, einer der vier bedeutendsten Tanzstile Indiens (Nordindien); Gestik und Mimik mit zum Teil pantomimischer Bedeutung gepaart mit Rhythmusbetonten Stampf- und Drehbewegungen.

Kathakali, einer der vier bedeutendsten Tanzstile Indiens (Südindien); der gesungene Text wird in stilisierten Tanzbewegungen dargestellt.

Kaval, türkische Blockflöte ohne Mundstück, besonders in der Musik der Hirten.

Kayda kira, türkischer Hochzeitstanz zu => Davul-Zurna-Musik im 5/8 Takt, auch mit Gesang, z.B., „Bir Mumdur“, bei dem die Freundinnen und Freunde des Brautpaares Kerzen in den Händen halten.

Keffiyeh, „Palästinensertuch“, Kopfbedeckung palästinensischer Männer.

Kereshme (pers., „Flirt“), persischer Tanz, der moderne Tanzelemente beinhaltet.

Khaligi (arab., „mein Golf“) auch „Saudi“ oder „Samri“, Folkloretanz der Beduinenfrauen der Golfstaaten. => Kapitel Tanzstile

Khalkhal, Fußreifen der Berberfrauen des Maghreb.

Khammari la`buni, Hochzeitstanz in den Golfstaaten; bei Männern als Ausdruck der Lebensfreude und des Kunstverständnisses.

Khamsa auch Hamsa (arab., Fünf), bekannt als die „Hand der Fatima“ sollen Amulette, die eine stilisierte Hand oder jede Art von fünf Verzierungen miteinander verknüpfen, den => bösen Blick abwehren.

Khatim, Fingerring, meist aus Silber.

Khomissar, auch Khamsa, stilisierte ”Fünf” als Talisman der Tuareg, meist aus Muschelschalen.

Khorezm, 1. Provinz im ehemaligen Persien 2. Tanzstil von ebenda, der rhythmusbetont Naturthemen spielerisch aufgreift (z.B. der Flug der Vögel). Die Tänzerinnen tragen in kräftigen bunten Farben einen langen Mantel mit Gürtel über einem einfachen Unterkleid, ergänzt durch einen kleinen => „Pillbox“-Hut verziert mit Federn.

Kinästhetischer Sinn, der Muskel-Fühl-Lagesinn.

Kitsch, wahrscheinlich von „kitschen“, das im süddeutschen Dialekt „streichen“ oder „schmieren“ bedeutet. Ab ca. 1870 Bezeichnung für geschmacklose Erzeugnisse.

Klassische arabische Musik, bezeichnet die Mischung aus vorislamischer, arabischer und asiatischer Musik mit persischen und türkischen Elementen, die sie im Zuge der Ausbreitung des Islam integrierte.

Klassische türkische Musik, leitet sich von der frühen arabischen und persischen => Kunstmusik ab, integrierte aber ab dem 18.Jh. zunehmend Elemente der türkischen Volksmusik. Sie wurde am Sultanshof des => Osmanischen Reiches gepflegt. Im Gegensatz zur klassischen arabischen Musik ist die Kompositions- und Aufführungsart wenig reglementiert und bietet lediglich ein theoretisches „Gerüst“. Das hauptsächliche Thema ist die Liebe.

Klassischer Tanzstil, bezeichnet meist die ägyptische Variante des => Raks Sharki, die sich im 20.Jh. entwickelte und als Bühnentanz durchsetzte.

Kleopatrasitz, Bodentanzteil – die Tänzerin sitzt seitlich, z.B. auf dem rechten Bein auf dem Boden (beide Beine sind gerade seitlich abgelegt), sie stützt sich mit einer Hand ab und hebt dann das Becken an. Dabei können Shimmies, Beckenwellen oder Pendel vollführt werden.

Kodia, (arab.) Titel der „Heilerin“, die ein Zaar-Ritual leitet. Sie trägt einen weißen Schleier über den Kopf, singt und begleitet sich mit einer Rahmentrommel (Mazhar). => Scheicha

Koffia, auch Keffijeh, arabisches Kopftuch der Männer.

Kohol (Antimon), auch Koul (arab., „Zartes“), als Pulver ab dem späten Mittelalter gebräuchlich für Augen-Make-up und wegen seiner heilenden Wirkung. Im alten Ägypten wurde grünes Malachid-Koul bevorzugt, erst ab dem Neuen Reich das schwarze Augenpulver aus Bleiglanz.

Kojak, auch Kochek, türkische Zigeunertänze.

Kondition, körperliche Leistungsfähigkeit.

Konstitution, Körperbau.

Koordination, (hier auf den Körper bezogen) das vom Zentralnervensystem gesteuerte und den jeweiligen Gegebenheiten angepaßte, geordnete, harmonische Zusammenspiel der Skelettmuskulatur.

Kopten („Ägypter“), sind die christlichen Einwohner Ägyptens, die sich selbst als einzige direkte Nachkommen der altägyptischen Pharaonen bezeichnen.

Körpersprache, neben der verbalen Sprache zeigt die Mimik und die Gestik, die Bewegung und die Haltung, die innere Intension.

Köschek oyunu, türkische Männer in Frauenkleidern.

Kritik, 1. xxx; 2. am orientalischen Tanz fördert die Eigendefinition, die Wertigkeit, die Identifikation und die Weiterentwicklung; 3. an der einzelnen Tänzerin sollte jede als konstruktive Anteilnahme meinen, bzw. so verstehen.

Kunstmusik, bedeutet vorwiegend vokale Traditionen, die auf der klassischen islamischen Koranrezitation beruht.

Kurka, Augenmaske aus Papier oder Plastik, die von den Beduinenfrauen der Golfstaaten getragen wird.

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L

Lawwih, Vortänzer und Anführer einer => Dabke-tanzreihe.

Layali, solistisch ausgeführte Vokalform der arabischen Musik, Instrumentalbegleitung, keine Takteinteilung

Lerntyp, unterschiedliche Lernvoraussetzungen bei den einzelnen Menschen, optisch, akustisch, taktil (sensitiv).

Litham, Gesichtsschleier der Tuareg.

Lithma, dünner Gesichtsschleier der südarabischen Frauen.

Little Egypt,(wahrscheinlich war ihr richtiger Name Fahreda Mahzar),1893 war sie eine der ersten Tänzerinnen, die anlässlich der Weltausstellung in Chicago orientalischen Tanz in Amerika  zeigte. Sie fand darauf hin viele Nachahmerinnen, die auch unter ihrem Namen auftraten. (Siehe auch unter „Hoochie Koochie“)

Liwa, 1. Oasengebiet südwestlich von Abu Dhabi 2. weitverbreiteter Volkstanz der arabischen Halbinsel, den sowohl Männer, als auch Frauen zu Trommel- und Hornmusik tanzen.

Lyra, altägyptisches Saiteninstrument, das gezupft wurde.

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M

Ma alabiya (arab., „Milchreispudding“), bewundernder Zuruf an die Tänzerin, Kompliment.

Maghreb, auch Magrib (arab., „Ort des Sonnenuntergangs“), Sammelname für die Länder, Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen; im Gegensatz zu Masriq, das den Osten meint.

Magruda, 3. Teil des Hagallah, wird von einem Solisten und der Gruppe gesungen – der 3. Teil ist ähnlich dem ersten Teil, allerding poetisch

Mahali (pers.) Folkloremusik der Hirten, => Daschti.

Mahanaim-Tanz, syrischer Säbeltanz, der früher zu Hochzeiten getanzt wurde.

Makloub (arab., „umgekippt“) auch Saidi, Rhythmus im 4/4 Takt, der die Betonungen des => Masmoudi saghier „umkehrt“.

Maksoum, Rhythmus im lebhaften 4/4 Takt.

Malfuf (arab., „umwickelt“), Rhythmus im 2/4 Takt; häufig gespielt am Anfang und Ende einer => Tanzroutine, zu der „Begrüßungs-“, bzw. der „Verabschiedungsrunde“ der Tänzerin.

Mamluken (arab., „Besitz von“, „unfrei“), (1250 - 1517), aus Kaukasien stammende Sklaven in Ägypten, die 1257 die Macht ergriffen und das Land sowie Syrien bis zur türkischen Eroberung 1517 beherrschten.

Mandil bi Uiya, Kopftuch mit bunten Wollbommeln aus Ägypten.

Manipuri, einer der vier bedeutendsten Tanzstile Indiens aus Manipur; mit einer engen Beziehung zu dem gesungenen Text soll er die Wirkung der Worte erhöhen.

Maqam (arab.), im türk., makam, pers., dastgah), Pl. Maqamat, eine Art „Tonleiter“, in dem „Gefühlgehalt“ indem eine Komposition angelegt ist (z.B., rast für Männlichkeit, Macht und Stolz, saba für Traurigkeit, hidschaz für Weite der Wüste, Ferne, bayati für Lebenskraft, Weiblichkeit und Freude, sigah für Empfindungen der Liebe,); ein modales Tonreihenkonzept mit heptatonischen Leitern als Grundlage für die Melodiebildung. => dastgah

Märchen aus 1001 Nacht, entstanden aus losen Sammlungen arabischer und persischer „Trivialliteratur“, erhielten sie die heutige Form im 16. Jh. in Ägypten; in Europa wurden sie erstmals von A.Galland 1704 in Frankreich und Mitte des 19.Jh. von Sir R. Burton in England veröffentlicht. Sie prägten im Okzident entscheidend das Bild des grausamen und erotischen Orient.

Maria-Theresia-Taler, ab 1780 begehrtes Zahlungsmittel für Kaffee, Weihrauch und Gewürze; mit seinem Silberanteil von 84 % war er geschmolzen das geeignete Ausgangsmaterial für die Schmuckproduktion der arabischen Silberschmiede.

Maschlah, knielanges Hemdkleid, das in Syrien über langen Hosen getragen wird.

Mashta, tunesische Berufstänzerin, vergleichbar mit der => Azriya aus Algerien und der => Almeh aus Ägypten.

Masmoudi kabier, Rhythmus im 8/4 Takt, der oft in arabisch-andalusischen Werken zu finden ist. Spielt der Trommler am Anfang anstatt zwei, drei betonte Schläge, nennt man ihn auch Masmoudi kabier Takiel (arab., Takiel = „schwer“).

Masmoudi saghier, Rhythmus im 4/4 Takt, wird allgemein auch als Baladi bezeichnet.

Mat, altägyptische Flöte mit 3 -4 Grifflöcher, die nur von Männern gespielt wurde.

Mawwal, Vokalform der arabischen Musik, Strophenformen in umgangssprachlichem Arabisch, Liebesthematik im basit-Versmaß ohne Takteinteilung, mit Instrumentalbegleitung.

Mazhar, große, arabische Einfellrahmentrommel; wie bei dem persischen => Daf sind Metallketten auf der Innenseite der Bespannung angebracht, um ein nachvibrieren zu erzeugen. Sie wird mit beiden Händen bespielt.

Mazifina, omanischer Beduinenpaartanz aus Sharqiyya, bei dem Mann und Frau eng nebeneinander synchron tanzen.

Mazud, auch Mezwid, maghrebinische Art des Dudelsacks.

Mehndi (hindu, „Henna“), Hennakörperbemalung.

Melaya Laf, Pl. Leff, auch Milajeh, schwarzes Umschlagtuch (Überschleier zum Ausgehen) der Frauen aus Ägypten => Kapitel Tanzstile

Mendil, türkisches Taschentuch, oft reichbestickt, mit dem u.a. eine Kappe auf dem Haar befestigt wurde.

Metrum, gleichmäßiger Grundschlag in der Musik ohne Betonung.

Mezzoued, dudelsackähnliches Musikinstrument Tunesiens

Mihrâb, hufeisenförmige Gebetsnische in der Moschee, nach Mekka hin ausgerichtet

Mimik (lat.-griech.) Gebärden- und Mienenspiel des Gesichts, um seelisches Empfinden auszudrücken.

Misr, arabisch für „Ägypten“.

Mizmar, Volksschalmei; Vorläufer der europäischen Oboe. Die M. findet besonders in der ägyptischen Volksmusik und in Militärkapellen Verwendung. In Tunesien heißt das Instrument „Zukra“, in Marokko „Zamr“ und in Algerien „Gaita“.

Modj-Pa, oder „Fußwellentanz“ klassisch iranischer Tanzschritt

Motivation, Beweggrund

Motorik, bedeutet 1. Lehre von den Bewegungsfunktionen, 2. Gesamtheit der willkürlich gesteuerten Bewegungsvorgänge.

Motrube (pers.), freiberufliche, persische Unterhaltungskünstlerin. Aufgrund des niederen sozialen Status als abwertende Bezeichnung gebraucht.

Moussem, in Algerien und Marokko nennt man das Maraboutfest „moussem“, in Tunesien „ziara“ (=Besuch). Es ist ein Pilgerfest mit der Anbetung von Heiligen, wobei Gesang und Tänze einen wichtigen Platz einnehmen.

Mu`alema, auch M`alima (arab., „Chefin“), respektvoller Titel der Nachbarn für eine Frau, die erfolgreich arbeitet und „ihre“ Straße kontrolliert.

Muallim, religiöser Lehrer oder Meister, ist Gruppenleiter der Gnawa

Musâlimûn, Muwalladûn, so wurden die Neumuslime in Andalusien genannt

Musikverbot, verschiedene islamische Sekten gestatten Musik nur als „Lesung“ des Koran oder als Ruf zum Gebet. Andere wiederum (z.B. Sufis) nutzen die Musik für ihre Rituale und Zeremonien.

Musta’ribûn (arabisierte), die christliche Minderheit in Andalusien, die sich den muslimischen Sitten anpasste. In Europa wurde hieraus „Mozaraber

Mutrib (arab.), Musiker

Muu, (wahrscheinlich) die altägyptische „Urmutter“; als ritueller Muu-Tanz von Muu-TänzerInnen zu Begräbnis- und Totenfeiern aufgeführt.

Muwaschah, Pl. Muwaschahad, 1. im 11.Jh. erfundene Vokalform mit rhythmischer Begleitung der höfischen Musik aus Cordoba, besonders in Ägypten und Syrien weiterentwickelt und verbreitet; 2. Kunsttanz zu höfischer Musik „Al andalus“. => Kapitel Tanzstile

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N

Na`ashat, die Bezeichnung für junge, unverheiratete Frauen aus den Golfstaaten, die den Khaligi  - vorwiegend als Gruppentanz - zu Hochzeiten aufführen. Er ist eine Zurschaustellung des Reichtums der Familie (Schmuck, verschwenderische Kleidung) und der persönlichen Attraktivität/Gesundheit (schöne Haare) der Tänzerin und oft die einzige Möglichkeit zukünftiger Bewerber zur Brautschau.

Nailiyat => Ouled Nail

Naqqarat, auch Tabla al-gimal, ein Paar große Kesselpauken aus Metall, die zu Volksumzüge in Ägypten gespielt wird. 20cm Durchmesser und Höhe, mit Kamelhaut bespannt, geschlagen werden sie mit Schlegeln

Nas (persisch), Ausdruck, Mimik.

Nauba auch Nuba, wörtlich „Rundgang“, bezeichnet eine Konzertform arabisch-andalusischer Musik => Andalusi nuba

Nawar, Volksstamm in Ägypten, der von den Romanis abstammt, die im 11. Jh. Indien verließen.

Nay, Pl. Nayat, Schnabellose Längsflöte aus Bambus, Metall oder Plastik, bei der der Spieler in verschiedenen Winkeln gegen die scharfe, obere Kante bläst. Die Nay hat sechs Grifflöcher, die gewöhnlich zylindrisch gebohrt sind. Sie findet Verwendung in der klassischen arabischen Musik, insbesondere in Form eines Taksims. Türkische Bezeichnung, „Ney“, im Maghreb „Gasba“.

Nazla al Adl (verstarb Ende 1996), eine der letzten Tänzerinnen der alten Tradition, sie tanzte noch mit 70 Jahren ihren unvergleichlichen Leuchtertanz und ging dabei ins Spagat.

Near East (engl., „Naher Osten“) bezeichnet als Stilrichtung die amerikanische Art türkischen Tanz und Musik umzusetzen.

Negev nördliches Sinai, Halbwüste.

Neksch, arabisches Färbemittel für feinste Bemalung der Hände und Arme.

Neues Reich, Bezeichnung für die altägyptische Periode von 1559 bis 1085 v. Ch.

Nizzawi, choreographierter Stocktanz für zwei Tänzer (gehört zu den Tänzen der Ghawazi)

Notation, Tanznotationen halten in abstrakten Zeichen, Wort- oder graphischen Kürzeln Bewegungsfolgen fest. Es gibt unterschiedliche Systeme, z.B. für Folklore und Meditativen Tanz oder für Ballett. => Kapitel Choreographie

Notenschrift, dient der Festlegung musikalischer Vorstellungen zum Zweck der Reproduzierbarkeit und der theoretischen Durchdringung des Tonmaterials.

Now-Ruz-Fest (pers., „neuer Tag“), persisches Neujahrsfest (Sonne in das Sternbild Widder) am 21. April.

Nubien, Region in Südägypten und dem nördlichen Sudan, das in pharaonischer Zeit als Königreich Nubien Gold und Soldaten nach Ägypten exportierte.

Nuqqara, auch Tabla sami, ägyptische kleine Pauke.

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O

Odaliske (von türk., „oda“, „Zimmer“), Haremsdame mit dem Status einer Dienerin, auch im Sinne einer professionellen Unterhalterin; türkisches Pendant zu den ägyptischen Ghawazeetänzerinnen.

Off Beat, englisch für, ”zwischen zwei => Down Beats”, Begriff aus der Rhythmuskunde.

Okzident (lat. occidens „untergehende Sonne“), Abendland, Sammelbegriff für die Länder Europas.

Omaijaden (661 - 750), in Damaskus herrschende, aus Mekka stammende Kalifendynastie, deren Macht sich zeitweise von Ostasien bis Südfrankreich erstreckte. Von den Abbasiden gestürzt, regierte sie 756 - 1081 das Emirat (seit 929 Kalifat) von Cordoba.

Oppa (griech.), Anfeuerungsruf der Zuschauer für die Tänzerin; entspricht dem arabischen „Yalla“.

Oressi, Tanz in Algerien, beduinischen Ursprungs

Orient (dtsch./fanz.), „Osten“, „Morgenland“.

Osmanen, muslimische Dynastie, gegründet von Osman I. (1258 - 1326), die seit etwa 1300 bis zum ersten Weltkrieg das Osmanische Reich regierte.

Ostinati, Rhythmen, die sich ständig wiederholen; ständig wiederholte, kurzgliedrige, melodische, rhythmische oder harmonische Formeln.

Oud (arab., „das Holz“), Kurzhalslaute, arabischer Vorläufer der Laute. Ursprünglich vier Saiten mit zwei persischen und zwei arabischen Namen. Später kam eine fünfte Saite (von => Who is who, Ziryab) hinzu (zwei Oktaven). Moderne Instrumente haben 10 oder 12 Saiten, die mit einem Plektrum gespielt werden und keine Bünde.

Ouled Nail (arab., „Kinder der Sandalen“) auch Nailiyat, Volksstamm aus Algerien, deren Frauen als Tänzerinnen berühmt waren. => Kapitel Tanzstile

Ouvertüre (frz.), einleitendes Instrumentalmusikstück.

Oyun havasi, türkisch – bedeutet: Oyun = Spiel, havasi = Tanz (also Tanzspiel). Steht oft auf türkischen Kassetten, die fürs Tanzen geeignet sind.

Oyun kasik, türkischer Löffeltanz 

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P

„Pill-Box“-Hut, kleine „Schachtel“-förmige Kappe ohne Krempe, in runder oder eckiger Form, die auf dem Scheitel oder leicht seitlich getragen wird. Traditionell für die Trachten der Turkvölker. Sehr populär in Amerika in den 50er Jahren.

Pahlevi (1924 - 1979), Herrscherdynastie in Persien.

Paillette, kleine - meist runde - Schmuckscheibe mit einem Befestigungsloch in der Mitte aus Metall, lackierter Gelatine, oder farbig beschichtetem Plastik.

Paisley, auch Boteh, Mustermotiv, sehr beliebt in persischer Ornamentik der Mogul-Tradition.

Pascha (pers., „Fuß des Shah“), Titel für Statthalter der => Osmanen.

Pas-de-deux (frz., „Teil für zwei“), bezeichnet im klassischen Ballett ein Duett.

Pause, 1. in der Musik Ruhepunkt und Gliederung; 2. im Tanz zum Innehalten, Kraftschöpfen, Besinnen, Strukturieren, Spannung aufbauen, Formen und „Anlauf nehmen“.

Pferdetanz (Raks al-hail), in Ägypten und dem Maghreb begleitet von Mizmar und kleiner Trommel.

Phrase, zeitlicher Abschnitt eines Musikstückes, der einem einzelnen Gedankengang entspricht. Im Aufbau eines Tanzes wird die Phrase fast immer als Bewegungseinheit choreographiert.

Phrasierung, die Einteilung eines Musikstückes nach rhythmischen und melodiösen Kriterien in Themen, Motive, Sätze und Perioden. Diese Einteilung wird mit Pausen, Bögen und Betonungszeichen erreicht (Gliederung einer Komposition nach Sinneinheiten).

Plektron (griech.), auch Plektum (lat.), Pl., Plektren, 1. Blättchen, Stäbchen oder Fingeraufsätze aus Elfenbein, Federkiel, Horn, Holz, Metall oder Kunststoff zum Anreißen der Saiten von Saiteninstrumenten, z.B. Oud und Kanoun. 2. Klöppel von Hackbrett, z.B. Santur.

Pose, auf Wirkung bedachte Haltung; gekünstelte Stellung.

Präsenz, (im Duden steht nur Anwesenheit)

Publikum,  Öffentlichkeit, an Kunst und Literatur Interessierte (nach Duden)

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