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T

Tabla (ind.), 1. in Indien als Doppeltrommel verbreitete kleine handgeschlagene Einfelltrommeln arabischer Herkunft; 2. gebräuchlicher Name für die arabische Zylindertrommel aus Ton => Darabukka.

Tableau (franz., ”Tafel, Gemälde”), 1. im 19.Jh als Tableau vivant beliebte ”lebende Bilder”, die historische oder literarische Szenen nachstellten; 2. in der Theatersprache ein von TänzerInnen dargestelltes Bild in erstarrtem Zustand; im weiteren Sinn jede szenische Anordnung von DarstellerInnen, die eine statuarische Bildhaftigkeit anstrebt, z.B. Schlußbild einer Gruppenchoreographie.

Tafrita, Zusammenkunft arabischer Frauen („Kaffeeklatsch“).

Tahoua, Tanz der => Tuaregfrauen

Tahtib (von Hatab, „Holz“), auch Raks al-asa, bezeichnet den Solotanz eines ägyptischen Mannes mit dem Stock.

Tak, Lautmalerei für einen hellen, trockenen Ton, den der Trommler auf den Fellrand oder die Kante des Trommelkörpers schlägt.

Takhlila, tunesisches Wickelkleid; aus einem oder zwei geraden Stoffbahnen gewebt, wird es mit zwei Fibeln und einem Gürtel befestigt.

Takht (arab. „Podium“), kleine Musikgruppe, die sich traditionell zusammensetzt aus (mindestens), Gesang, zwei Saiteninstrumente (Oud, Kanoun), zwei Percussionsinstrumente (Riqq, Darabukka) und einem Blasinstrument (Nay); sogenannte „kleine Besetzung“, die allerdings bis ca. 20 Mitglieder ausgebaut werden kann.

Takiel, arabisch für „schwer“. Häufige Zusatzbezeichnung für besonders betonte Rhythmen.

Taksim, auch Taqsim, Pl. Taqasim (arab., „Solo“), instrumentale Darstellung eines => Maqams. Kennzeichnend ist die Gliederung der melodischen Linie durch lange Pausen (bis 3 sek.). Ein Taksim gewinnt durch die lebhafte Kommunikation zwischen den Zuhörern und dem Musiker. => Kapitel Tanzstile

Takt (lat., „Schlag“), 1. metrische Einheit, die eine Gruppe von Zählzeiten zusammenfasst. Entstanden im 17.Jh.; die Bezeichnung des Takts wird in Form eines Bruches angegeben, z.B., ¾ oder 10/8. 2. (franz.) Ausdruck für Feingefühl, Lebensart und Zurückhaltung.

Taktarten, man unterscheidet gerade (z.B. 4/4) und ungerade (z.B. 3/4), bzw. einfache (z.B. 2/4) und zusammengesetzte (z.B. 10/8) sowie unregelmäßige (z.B. 9/8) Taktarten. Für die Tänzerin ist ihre spezielle Charakteristika wichtig, um einen entsprechenden Ausdruck, bzw. ein choreographisches Arbeiten umzusetzen.

Taktschlag, einzelnes Metrum eines Taktes, z.B. das ¼ eines 4/4 Taktes.

Tamazigh (oder Imazigh), Berber Nordafrikas nennen sich selbst so

Tambourin (frz.), kleine flache Einfell-Rahmentrommel, in deren Holzreifen 8-20 Schellenpaare aus Messing befestigt sind.

Tambura, auch Tanbura, 1. sudanesische Bogenleier mit fünf Saiten, die mit den Fingern oder einem Plektron angeschlagen werden. Fand als Musikinstrument der Sklaven eine weite Verbreitung im Vorderen Orient; 2. als Tanbura ein ritueller Heiltanz aus der Golfregion.

Tango (span.), 1. südamerikanischer Rhythmus im 2/4 Takt mit ca. 33 - 35 Takten pro Minute. 2. argentinischer Tanz, seit ca. 1910 als Gesellschaftstanz in Europa verbreitet.

Tanura ist eine folkloristische Form des ägyptischen Derwischtanzes.

Taqtuqa, auch Ta`tu`as, ab 1920 ein einfaches, ägyptisches Lied mit Refrain (Schlager), ursprünglich von => Almeh zu Hochzeiten gesungen.

Tar, 1. persische Laute mit doppeltem Resonanzkörper. 2. türkische Rahmentrommel, kreisrund, mit schmalem Rahmen, der mit Metallscheiben behängt ist.

Tarab, arab. für „Freude“, als wohltuende Steigerung der Sinne und des Empfindens.

Tarbusch (arab.) auch Fez (türk.), runder, becherförmiger Hut aus Filz, dessen Farbe, Höhe und Verzierung Aussagen über die soziale Stellung seiner Trägerin/seines Träger macht. Bis ins 19. Jh. oft von einem => Turban umschlungen.

Tarha, die schwarzen Kopftücher der Hagallah-tänzerin

Tariga, Bechertrommel der marokkanischen Berufssängerinnen.

Tatauierung, ähnlich wie bei einer Tätowierung wird die Haut eingeritzt und gefärbt (z.B. mit Henna). Tatauierungen sind besonders bei den Berberstämmen Nordafrikas (außer den Tuareg) zum Schutz gegen magische Kräfte und aus ästhetischen Gründen sehr beliebt.

Tausendundeine Nacht, => Märchen

T’bol, Tunesien, große Doppelseitige Trommel

The Uzbek Dance Society, amerikanische Gesellschaft zu Förderung der Tänze der Seidenstraße, gegründet 1984.

Thob, ein besticktes, langes Überkleid, das zum => Khaligi-Tanz über einem Knöchellangen, Hemdartigen Unterkleid getragen wird.

Tiara (pers.), hohe, spitze Kopfbedeckung der altpersischen Könige.

Tizerai, (PL. Tisernas) dreieckige Fibeln aus Silber, die paarweise das Wickelgewand der Berberfrauen befestigen. Normalerweise sind sie mit einer silbernen Kette verbunden, an die zusätzlich Amulette gehängt werden.

Tombak, auch Tonbak => Zarb

Torbati, persischer Stocktanz, der ursprünglich mit Säbel getanzt wurde.

Toubit, langes Hemd mit Knopfleiste in der vorderen Mitte, dass manche Berberfrauen unter dem => Izar tragen.

Tradition (lat., „weitergeben“), von Generation zu Generation übermitteltes Wissen um Bräuche und Rituale.

Tribal-Style, künstliche Synthese aus verschiedenen Folkloretänzen und Showtanz, entwickelt in Amerika. => Kapitel Tanzstile und „Who is who?“

Tscha Ba Di Ni, auch XaBaDiNi, Rhythmussprache, meistens für afrikanische Musik gebraucht.

Tuareg (Eigenbezeichnung, Imuschag), Berbervolk in der südlichen und Zentralsahara zwischen Tuat, Niger und Fessan, ca. 400 000 Angehörige (Moslems). Die Tuareg leben meist als Hirtennomaden.

Tulum, türkischer Dudelsack.

Tunbur, persische Laute mit zwei Saiten und sehr langem Hals.

Turban, aus einem langen, schmalen Tuch (bis 9m) gewickelte Kopfbedeckung. Die Farbe eines Turbans war nach dem sozialen Prestige seines Trägers definiert, orange für einfache Arbeiter, auf einem roten => Tarbusch dekoriert für Männer vom Land, ein weißer Turban auf rotem Tarbusch für moslemische Gelehrte und so fort.

Türk-Pop, auch Türkü sind meist Melodien der türkischen Volksmusik, unterlegt mit westliche Rock-Rhythmen.

Turqueries, Modeerscheinung des 18. Jh. in Europa, bei der die Inneneinrichtung, Kleidung, Literatur, Musik, etc. deutlich vom Orient beeinflusst war.

Tuschia, auch Tausiyah, instrumentale Ouvertüre einer arabisch-andalusischen Nauba.

 

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U

Uch etek, türkische, lange Robe mit Seitenschlitzen, oft aus besticktem Samt.

Ughniya, arabisches Lied einer besonderen Gattung, entwickelt in den 30er Jahren des 20.Jh., besonders als „langes Lied“ mit emotionalem Text bevorzugt von => Oum Kolthum.

Urheberrecht, xxxx

Usul, ein rhythmisches Muster, das aus verschieden akzentuierten und verschieden langen rhythmischen Werten besteht. Ein Usul liegt jeweils einem türkischen Musikstück zugrunde.

 

V

Variationen, Veränderungen, Abänderungen; Veränderung einer gegebenen Struktur als elementares Gestaltungsprinzip.

Varietèe, Showbühne mit Restaurantbetrieb, deren Programmnummern kurz, abwechslungsreich, ohne Inhalt, attraktiv und ablenkend sein sollen. Hier werden oft exotische Tänze gezeigt.

Virtuosität, außergewöhnliches Können.

 

W

Wahdah (arab.), Rhythmus im 8/8 Takt; ägyptische Variante des Chiftetelli.

Wahhabiten, islamische Glaubensrichtung, die eine Rückkehr zu den Wurzeln des Islams fordert; besonders auf der arabischen Halbinsel vertreten.

Wahrani, algerische Musik, die => Rai und => Andalous mit ägyptischen Musiktraditionen vermischt.

Wasla, ein Konzertstück der arabischen Musik, dass mehrere Vokal- und Instrumentalstücke unter einem bestimmten => Maqam zusammenfasst. Die einzelnen Stücke sind oft, => Sama`i, => Muwaschahat, => Dor, => Qasida, => Taksim, => Layali.

Wazn ist das rhythmisch-zeitliche Maß der arabischen Musik.

Weihrauchstraße, Karawanenroute der Zeitenwende, die vorwiegend Duftharze von der jemenitischen Küste über das Hochland durch das heutige Saudi-Arabien bis an die Südgrenze des Nabatäer-Reiches in Jordanien transportierte.

X

Yalla (arab., „Los! Auf!“), Anfeuerungsruf arabischer ZuschauerInnen für die Tänzerin.

Yashmak, türkischer Musselinschleier aus zwei Teilen, den die osmanische Dame des 19. Jh. außer Haus trug.

Youyou, Ausruf der Freude maghrebinischer Frauen, entspricht den => Zagareet-Trillern ostarabischer Frauen.

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 Z

Zadschal, auch Al Zajal, im 12.Jh. entstandene volkstümliche, arabisch-andalusische Gedichtform, mit arabisierten Idiomen verschiedener Sprachstämme (Spanisch, Berberdialekte).

Zaffat al Arusah ist der „lautstarke Umzug der Braut“ - früher in ihr neues Heim - heute im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten meist in einem großen Hotel. In geschlossenen Räumen wird der Umzug nicht nur von der Familie und den geladenen Gästen, sondern oft von Tänzerinnen (=> Kapitel Tanzstile, Leuchtertanz) und MusikerInnen begleitet.

Zaffat al-hamam, ist der Umzug der Braut in das Bad mit ihren weiblichen Verwandten und Freundinnen am ersten Hochzeitstag, wo frau es sich gutgehen lässt.

Zagareet-Trillern, auch Zaghareetschreie (PL. Zaguta), Anfeuerungsschreie, die der Tänzerin die Zustimmung der Zuschauerinnen zeigt; ursprünglich für Männer, die in den Kampf ziehen. Die Ruferin atmet langsam aus, „singt“ dabei so hoch und laut sie kann, „Lelelele...le i“ oder „Yuyuyu...yui“. Arabische Frauen vibrieren dabei schnell mit der Zunge (von oben nach unten oder von einer Seite zur anderen) und beenden die Melodie des „Jodlers“ mit einem lang gezogenen, tiefer werdendem „i“. Regionale Unterschiede!

Zaghrada, südarabischer Ausdruck für das => Zagareet-Trillern

Zambra Mora (arab./span., „maurisches Fest“), Stilrichtung des spanischen Flamencos im langsamen 4/4 Takt, der mehr „weiche“ Körper- und Armbewegungen, weniger Fußarbeit (barfuß) beinhaltet; zeitweise begleitet von => Chinechines..

Zapateado (von span., zapato, „Schuh“),1. spanischer Solotanz einer Frau, im 6/8 Takt; 2. Fußarbeit beim Flamencotanz.

Zar, auch Zaar, eine Zar-Tanz-Zeremonie wird in Ober- und Unterägypten, Sudan, Nubien gegen Krankheiten, psycho-somatischen Beschwerden und den => „Bösen Blick“ durchgeführt. => Kapitel Tanzstile

Zarb auch Tombak (adäquat zu „DumTak“), Kelchtrommel aus Holz, gebräuchlich in der persischen Musik

Zeybek, solistischer Männertanz aus Westanatolien und der Ägäisregion zu Davul-Zurna-Musik.

Zgara, Säbeltanz in Tunesien, wird heute auch mit Stöcken getanzt. Er ist männlich, kriegerisch und stellt ein Duell dar

Zigeunertanz => Kapitel Tanzstile, Arabic-Flamenco, Tambourintanz.

Zikr, ägyptisches Tanzritual zu religiösen Gedenkfeiern. Es tanzen nur Männer.

Zill (türk.), => Sagat

Zimbel (griech.), => Sagat

Zolfe-Parichan, Tanz des Haares aus Persien, je nachdem ob das Haar nach vorne oder zurück geworfen wird, drückt es eine andere Stimmung aus

Zukra, tunesisches Blasmusikinstrument, das der türkischen => Zurna entspricht.

Zurna, türkisches Musikinstrument, ähnlich einer Kegeloboe oder => Mizmar

 

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