Arabische Instrumente - kleine Auswahl  

kurzer Auszug aus dem Buch "Spektrum Orientalischer Tanz" Nabila Shams El Din

 

Orchester aus Südägypten mit Mizmar (vorn rechts), Bendir (hinten links, schlecht zu erkennen) und Tabla (leider auch nicht so gut zu erkennen)

 

   

Gruppe aus Südtunesien mit Mizmar und  T'bol

stehend: Darabukka - vorn rechts Riqq - ganz links nur halb im Bild Tabla aus Ton

RIQQ Er ist eine Schellentrommel (ca. 20cm Durchmesser) ähnlich des Tamburin. Der Klangkörper besteht aus Holz und ist oft mit Intarsienarbeiten versehen. In ihm sind in gleichmäßigen Abständen ca. 10 Schellenpaare angebracht, jeweils 2 Schellenpaare in zwei Öffnungen übereinander. Der Klangkörper wird von einer Membran aus Fisch- oder in billigerer Ausführung - Ziegenhaut umspannt.

Der Riqq wird in traditionellen Orchestern gespielt und übernimmt "dort eine für die Aufführung arabischer Kunstmusik unentbehrliche Funktion". Der Schlag mit der rechten Hand in die Mitte des Instrumentes erzeugt die tiefen Töne - dums, der Schlag an den Rand die hellen Töne - taks

Im Irak ist der Riqq als Daff zingari bekannt und in den Ländern Nordafrikas als Tar.

Es existieren aber auch noch andere, in ihrer Größe unterschiedliche, Rahmentrommeln:

DAFF   Auch er ist eine Schellentrommel, besitzt aber einen größeren Durchmesser (ca. 30cm), flacher und außerdem sind nur 5 Schellenpaare angebracht. Gespielt wird mit der rechten Hand, manchmal wird er auch geschüttelt oder gegen den Körper geschlagen. Die Rahmentrommel wird vorwiegend von Frauen gespielt.

Tunesien: links Mezzoued - tunes. Dudelsack
R’abab

R’BAB     Sie ist ein sehr altes Streichinstrument  (wird schon im 10. Jahrhundert von al Farabi erwähnt) und etwas kleiner als die Kamanga und findet auch heute noch in der Folkloremusik Verwendung, wird aber auch immer öfter durch die Violine ersetzt. Sie ist ein Instrument mit 2 Saiten, manchmal auch 3, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Der Korpus besteht aus Holz und ist aus einem Stück hergestellt. Sie wird senkrecht gehalten und mit der linken Hand die Melodie gespielt während die rechte Hand mit einem Bogen über die Saiten zieht.

Gespielt wird die R’bab in klassischen arabisch-andalusischen Orchestern so wie in volksnahen Orchestern, die städtische Folklore spielen. Die Berber Marokkos, die chleuh, benutzen einen etwas anderen Typ der Rbab, die Rbab Soussi.

 

         Qanun                                    

                                                           

 

DER QANUN     Er ist ein sehr altes (schon im 10. Jahrhundert erwähntes) halbtrapezförmiges Hackbrettinstrument mit Holzdecke, ähnlich unserer Zither und hat in der ägyptischen Version 78 Saiten (dies kann je nach Region auch unterschiedlich sein - von 63 bis zu 84). Er wird mit Plektron gespielt, früher hatte der Musiker das Instrument auf seinen Knien liegen, heute auf einem Tisch. (Aus dem Qanun hat sich das Cembalo entwickelt).

Der Qanun wird vorwiegend von Männern gespielt und die Soli bestehen überwiegend aus taqsimen - so wie auch beim Ud. Er spricht die inneren Gefühle an, symbolisiert Freude, aufgeregt sein.

 

MIZMAR Foto siehe oben

Sie ist ein volkstümliches Blasinstrument, das nur in der Folkloremusik Verwendung findet. Ihr Nachfolgeinstrument ist die Oboe (sie hat ein schwingendes Blatt innen).

Es gibt regelrechte Mizmarorchester, dies ist dann Militärmusik; Trommeln und Mizmar sollen anfeuernd wirken

 

 

u.a.Oud, Tabla, Qanun, Nai, oben links Mizmar

                                                  

                                                             

DER   UD (auch OUD geschrieben)

Ud bedeutet "Holz", er ist eine bundlose Kurzhalslaute mit halbbirnenförmigem Korpus. Nach H.H. Touma ist er der Repräsentant der Musikkultur der Araber schlechthin und wird von Orientalen auch als „Herrscher der Instrumente“ bezeichnet.

Der Tonumfang erstreckt sich von g bis c’.

Wie schon weiter oben unter ARABISCH-ANDALUSISCHE MUSIK vermerkt, hatte die Laute ursprünglich nur 4 Saiten, die ein menschliches Temperament symbolisierten. Ziryab fügte eine 5. Saite hinzu und sie war Symbol für die Seele. Von den 5 Saiten bestehen die 3 höchsten aus Darm oder Nylon, die 2 tiefen aus Kupferdraht. Die Stimmung ist folgendermaßen: G - A - d - g - c’

  Der Ud wird mit dem Kiel einer Adlerfeder gespielt, die der Spieler zwischen Daumen und Zeigefinger hält - ähnlich unserer heutigen bekannten Plektren beim Gitarrenspiel. Die Saiten können in auf- oder abwärtsführenden Bewegungen geschlagen oder gezupft werden.

Der Ud, altspanisch - alaude, italienisch - liuto, englisch - lute und schließlich deutsch - Laute, fand von Andalusien aus Verbreitung bis ins Mittelalterliche Europa, wo die Troubadoure ihn bekannt machten.

Der Ud spricht das Herz an, drückt Gefühle aus, wie Liebe, Sehnsucht, Wärme und wird auch häufig bei Liebesliedern (Layali) eingesetzt.