BYZANZ - KONSTANTINOPEL - ISTANBUL   

       Foto: Nabila Shams El Din  - Häuserzeile in der Nähe des Topkapi Seray

Auf der Landspitze, im Bereich des heutigen Serays, lag die alte thrakische Siedlung Byzantion, die ihren Namen dem König Byzas verdankt. 196 eroberte Septimius Severus die Stadt und ließ sie noch größer als zuvor wieder aufbauen. 324-337 regierte Konstantin der Große, der die Stadt wiederum vergrößerte.


Am 5.11.330 gab er ihr, anlässlich der Neugründung, seinen Namen. Konstantinopel sollte ein zweites Rom werden, was jedoch nicht sofort erreicht werden konnte. Häfen wurden gebaut, die Wasserwege gesichert - aber auch die Wasserversorgung der Stadt musste in Angriff genommen werden. Das Valens-Aquädukt und die offenen Zisternen, die damals angelegt wurden, können noch heute besichtigt werden. 

Außerdem wurde ein neues, größeres Hippodrom (Pferderennbahn) angelegt, dessen Überreste dort zu finden sind, wo sich heute der Sultan Ahmed Platz mit dem ägyptischen und dem gemauerten Obelisken und der Schlangensäule befindet.
Die Architekten kamen aus den großen Städten Kleinasiens; mit der Hagia Sophia und anderen Bauten entstanden zu Beginn des 6. Jh. Bauten mit bisher nie da gewesenem Raumvolumen.

Während der Herrschaft der Makedonen (867 - 1059) war man bestrebt das Bestehende zu erhalten und noch auszubauen.

Die Jahre danach waren geprägt durch den Bau von Sakralbauten, Klöstern, Krankenhäusern, Bädern und anderen Einrichtungen. Mit der Eroberung Konstantinopels durch die lateinischen Kreuzfahrer (1204 - 61) brachen schlimme Jahre für die Stadt an. Viele Kunstwerke wurden verschleppt und das Abendland erlebte einen wahren Boom an Nachahmungen byzantinischer Kunstwerke und Goldschmiedearbeiten.

Ab 1262 erlebte das späte Byzanz einen erneuten Höhepunkt seiner Kultur - um dann im Jahre 1453 unterzugehen. Am 29.5.1453 zog der osmanische Sultan Mehmet II in Konstantinopel ein, Kirchen wurden als Moscheen übernommen und die alte Infrastruktur wieder auf- und ausgebaut. Zahlreiche Moscheen entstanden in dieser Zeit, der alte Palast (im Bereich der heutigen Universität) und der noch heute erhaltene Topkapi-Palast sind weitere große Bauwerke dieser Zeit. Die osmanische Blütezeit dauerte bis ins 16. Jh. an.

Im 18./19. Jh. begann die Öffnung der Kultur nach Westen. Jugendstilfassaden begannen das Stadtbild zu verändern. Auf der anderen Seite des Goldenen Horn entwickelte sich die Neustadt, in der viele Ausländer wohnten und sich die Botschaften befanden.

Der Dolmabahce-Palast am Ufer des Bosporus (erbaut 1853-1855) wurde neuer Wohnsitz des Sultans, in dem dann, nachdem 1923 Ankara die neue Hauptstadt der Türkei wurde, auch Atatürk wohnte, wenn er sich in Istanbul aufhielt,

 

                                                  ISTANBUL HEUTE:  

In der neueren Zeit wurde in Istanbul vieles renoviert, eine neue Uferstraße aufgeschüttet, die die einzige große Verkehrsstraße Richtung Flughafen und Außenbezirke entlasten soll. Der Verkehr ist übrigens eines der großen Probleme der heutigen Stadt, es existiert nur eine Altstadt- Bahn-Strecke, die kürzeste der Welt, Tünel genannt, die die Fußgängerzone befährt und einige Straßenbahnen, die in der Rush-hour total überfüllt sind - ebenso wie die Busse. Als ich jetzt im Febr. 2003 nach längerer Zeit wieder Istanbul besuchte, habe ich gesehen, dass auch eine Metro gebaut worden ist. Dennoch wird der Verkehr immer schlimmer. In den kleinen Gassen der Altstadt reiht sich ein Stau an den anderen. Rechts und links parken Autos und dazwischen kommt man kaum noch mit größeren Fahrzeugen vorbei.

DOLMUS gesprochen:"dolmusch":

Etwas günstiger und bequemer fährt man im Dolmus, dem Sammeltaxi, das an bestimmten Knotenpunkten abfährt und auch auf Handzeichen außerhalb der Haltestellen anhält.

Die Dolmus in der Altstadt haben eine gelbe, die im neuen Stadtteil auf der anderen Seite des Goldenen Horn, beige Farbe (hier scheinen sie auch etwas teurer zu sein). Für umgerechnet 0,70 Pfennig (ca. 45.000 türk. Lira) kommt man schon ziemlich weit.

Doch Vorsicht: falls ein Dolmusfahrer anbietet Euch exklusiv extra nach Hause zu bringen! Den Preis genau aushandeln - vorsichtshalber die Zahlen auch aufschreiben!!! Hinterher kann es nämlich vorkommen, dass der Fahrer 4 Millionen türk. Lira haben möchte - Ihr habt aber vorher 400.000 (ca. 6 DM) verstanden (hat er auch auf englisch gesagt - sich aber leider in der Zahl vertan). In diesem Fall ist guter Rat teuer und Ihr braucht das nötige Verhandlungsgeschick und noch besser die Hilfe Eures Hotelangestellten.

TAXI:

Die etwas teurere (im Vergleich zu unseren Preisen aber immer noch günstige) Fahrt im Taxi ist der bequemste Weg - manchmal aber auch (wegen der Fahrweise) abenteuerlichste. Ratsam ist es allerdings immer einen Stadtplan in der Tasche zu haben. Erstens wegen der Sprachschwierigkeiten - es ist einfacher zu zeigen wohin man möchte - und zweitens wissen nicht alle Taxifahrer wie man denn das gewünschte Ziel auf kürzestem Weg erreicht. Allerdings kann es auch vorkommen, dass der Taxifahrer nicht lesen kann - aber dann wird schnell ein anderer Kollege gefragt.
Auch im Taxi heißt es aufpassen: immer darauf achten, dass der Taxameter auch eingeschaltet ist. Bei Sonderfahrten auch hier die Preise aushandeln und bei weiteren Strecken ist es ganz günstig sich vorher nach dem Preis zu erkundigen. Fahrten mit mehreren Personen sind natürlich günstig, da man sich den Preis dann ja teilen kann.

Tipp am Rande: Soweit es geht, die Stadt zu Fuß erkunden. Ihr könnt viel mehr sehen und mit dem Stadtplan in der Hand findet man sich auch ganz gut zurecht. Außerdem trifft man immer nette Leute, die helfen, falls man mal etwas ratlos an einer Straßenecke steht und sich gerade fragt, "in welcher kleinen Gasse befinden wir uns denn jetzt".

 

 
                                                  BESICHTIGUNGSTIPPS:
 

   Modell   TOPKAPI-SERAY   

1464 erteilte Mehmet Fatih, der Vater Süleymans des Prächtigen, den Auftrag für einen neuen Palast. Er nutzte allerdings noch den alten Palast (stand im Bereich der heutigen Uni) als Wohnung und den neuen eher als Verwaltungssitz. Erst unter seinem Sohn Süleyman wurde er zum Hauptwohnsitz und entsprechend verschönert.

Hier lebte er mit seiner Lieblingsfrau Hüriyem, besser bekannt unter dem Namen Roxelana, die es mit List schaffte, einen alten Brauch zum umgehen. Es gelang ihr nämlich die rechtmäßige Ehefrau des Sultans zu werden und somit Sultana.

Aber nicht nur er sondern auch seine Nachfolger bauten immer neue Räumlichkeiten und Pavillons. Brände im 16., 17. und 18. Jahrhundert vernichteten die alten Räume und es wurde wieder vieles erneuert und renoviert.
Heute kann man den Palast als Museum besichtigen. Im Eintritt ist der Besuch der Gärten und Pavillons, Haupträume, Kleiderkammer, Küchen, Porzellansammlung und Miniaturen- und Büchersammlung enthalten. Die Schatzkammer kostet inzwischen ebenso wie der Harem extra. Preise finden sich unter "Allgemeine Informationen". Wer den gesamten Bereich ausgiebig ansehen möchte, muss mindestens 1/2 Tag einplanen.

Die Schatzkammer ist ein Traum für alle, die Kostbarkeiten lieben. In den Reliquienzimmern kann man ein Barthaar und den Fußabdruck Mohammeds besichtigen sowie andere Dinge, die seinem Besitz zugeschrieben werden.            

HAMAM

Ein Besuch in einem der vielen, zum Teil noch sehr alten, Hamams ist auch sehr zu empfehlen. Die Bereiche für Männer und Frauen sind strikt getrennt und auch im Frauenbereich ist es empfehlenswert sich nicht, wie wir hier von der Sauna gewöhnt sind, ganz auszuziehen. Der Slip wird hier als normale Kleidung empfunden. Waschungen, Massagen und Relaxen entschädigen für den Stress und Staub einer Großstadt.              

BEDECKTER BASAR - KAPALI CARSISI

Schon 1460 wurde hier von Mehmet Fathih eine von Kuppeln überwölbte Markthalle errichtet. Unter seinem Sohn Süleyman kamen noch mehrere Kuppeln und Hallen hinzu.

Hier findet man Goldschmiede, Teppich- und Stoffhändler, Bedarf für die Tänzerin, und viel Kleinkram des täglichen Lebens.
So etwa in der Mitte befindet sich ein Café, das sehr zu empfehlen ist. Die Einkaufsmöglichkeiten werden unter "Allgemeine Informationen" beschrieben

ÄGYPTISCHER BASAR - MISIR CARSISI

Er wurde 1660 im Auftrag der Mutter Mehmets IV. errichtet.
Hier finden wir Dinge des täglichen Lebens und vor allem Gewürze und den besonders leckeren Apfeltee. Lokkum kann vorher probiert werden, schmeckt herrlich verlockend - ist leider aber auch als "Hüftgold" bekannt, da Zucker pur.

Nicht weit von hier, Richtung Sabuncu H., befindet sich auf der Ecke ein kleiner Laden der Strass usw. verkauft                     

ARCHÄOLOGISCHES MUSEUM

Hier wurden griechische und römische Skulpturen, Fresken, Sarkophage zusammengetragen. Auch der Sarkophag des berühmten Alexander des Großen kann besichtigt werden. Der Ausgrabung von Troja wird ebenfalls ein Saal gewidmet, einige Schmuckstücke sind noch zu sehen, ansonsten viel Keramik.

Für uns Tänzerinnen interessant: in einer Vitrine ausgestellt sind Zimbeln aus Bronze - hergestellt im 2. Jahrtausend vor Christus


MUSEUM ALTORIENTALISCHER KULTUREN
Fundstücke aus Ägypten, den Reichen der Assyrer, Babylonier, Hethiter, Sumerer

STÄDTISCHES MUSEUM

Hier wird ein Überblick über das osmanische Istanbul gezeigt

MUSEUM FÜR TÜRKISCHE UND ISLAMISCHE KUNST

Außer Kacheln, Kalligraphien, Teppichen, Metall- und Holzarbeiten sind dort auch Nomadenzelte und bürgerliche Räume ausgestellt.                                       

                MOSCHEEN

     Sultan Ahmed oder Blaue Moschee

Alle Moscheen Istanbuls zu sehen ist während eines Aufenthaltes schier unmöglich. Wichtigste Beispiele:

Blaue Moschee oder auch Sultan Ahmed Moschee,

Haghia Sophia, einst christliche Kirche jetzt Moschee

Süleymaniye Moschee  usw. - 

Wie überall in orientalischen Städten sind die Moschee und ihre Minarette weithin sichtbar und Stadtbildbestimmend.

 

ZISTERNEN  

 

FUßGÄNGERZONE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außer 2 geschlossenen, sind auch noch drei große offene Zisternen erhalten. Ein Besuch lohnt sich wirklich - Licht und musikalische Untermalung verbreiten eine interessante Atmosphäre. Zu finden ist die Zisterne schräg gegenüber des Platzes vor der Hagia Sophia - einmal um die Ecke gehen, ich glaube dort ist auch ein Hinweisschild angebracht.

Die Istiklal Caddesi, die Freiheitsstraße, führt vom Ende     der Tunnelbahn bis hinauf zum Taksimplatz. Anfang des    16. Jh. ließen sich hier die Minderheiten nieder und das Viertel entwickelte sich zum  Viertel der Ausländer und Gesandtschaften. Heute finden wir hier eine breite Geschäftsstraße, in der außer der Straßenbahn, nur Fußgänger das Bild bestimmen. Sie wurde zur Lebens- ader der Stadt mit buntem Nachtleben, sehr guten Geschäften und Theatern und Kinos. Aber auch ein Abstecher  in die kleinen Nebenstraßen lohnt sich, da man immer wieder Neues entdecken kann. 

 

Auch die kleinen Nebenstraßen bitte nicht übersehen, es lohnt sich.  

         Gazino am Taksimplatz  

All dies ist nur eine kleine Auswahl - besichtigen könnte man noch wesentlich mehr - aber die Zeit ist meist sehr kurz und jeder sollte für sich selbst entscheiden, was er unbedingt sehen möchte.

In Istanbul werden vom Reiseveranstalter auch Besichtigungspakete angeboten, die sind allerdings teuer und man kann durchaus auch auf eigene Faust losziehen. Einkaufen und Kultur lassen sich in Istanbul bestens verbinden.

Zum Schluss bedenkt noch folgendes:

In Istanbul „gehen die Uhren anders“ - man kann noch so toll planen: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Meist biegt sich, mit Allahs Hilfe, jedoch alles ganz gut zurecht. Inshallah !!!  

Eine sehr schöne homepage über Istanbul und seine Sehenswürdigkeiten incl. Grundkurs Türkisch findet Ihr auch unter: http://www.iakyol.com/istanbul.htm